Im Südwesten Chinas haben sich erneut drei Tibeter selbst angezündet. Einer der drei sei gestorben und die beiden anderen seien schwer verletzt worden, berichteten die Organisation Free Tibet und der US-Sender Radio Free Asia. Sie hatten sich demnach bereits am Freitag in dem Dorf Phuhu in der südwestlichen Provinz Sichuan angezündet. Dabei hätten sie Freiheit für Tibet und die Rückkehr des im Exil lebenden Dalai Lama, des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, gefordert.
Für die Berichte gab es zunächst keine unabhängige Bestätigung, weil die Telefonleitungen in der Region nicht funktionierten. Phuhu liegt rund 150 Kilometer von der Stadt Seda entfernt, wo die Polizei nach Angaben von Menschenrechtsgruppen am 24. Januar auf tibetische Demonstranten geschossen hatte. Dabei war mindestens ein Mensch ums Leben gekommen.
Mit den drei Vorfällen vom Freitag haben sich innerhalb eines Jahres mindestens 19 Tibeter aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik selbst angezündet, darunter zahlreiche buddhistische Mönche. China hat Tibet im Jahr 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen, in denen zahlreiche Tibeter leben, mit harter Hand. Der Dalai Lama lebt in Indien im Exil und beschuldigt die chinesische Regierung des "kulturellen Völkermords" an den Tibetern.