Streit zwischen Venezuela und Kolumbien
Ecuador beruft Gipfel der UNASUR-Präsidenten ein
Im Ringen um eine Lösung im diplomatischen Konflikt zwischen Venezuela und Kolumbien hat Ecuador ein Gipfeltreffen der Präsidenten der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) einberufen.
Im Ringen um eine Lösung im diplomatischen Streit zwischen Venezuela und Kolumbien hat Ecuador ein Gipfeltreffen der Präsidenten der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) einberufen. Eine solche Zusammenkunft werde "sehr nützlich" sein, um den Weg für ein Ende des Konflikts zu ebnen, sagte Außenminister Ricardo Patino, dessen Land derzeit den UNASUR-Vorsitz innehat, am Donnerstag (Ortszeit). Er hatte zuvor in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito mit seinen Kollegen der Staatengemeinschaft vier Stunden lang hinter verschlossenen Türen über den Streit der beiden Nachbarländer beraten.
Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hatte vor einer Woche die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen und die Streitkräfte seines Landes in Alarmbereitschaft versetzt. Er reagierte damit auf Vorwürfe Kolumbiens, wonach sich 1500 Kämpfer der kolumbianischen Rebellenbewegung FARC und der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) auf venezolanischem Staatsgebiet aufhalten sollen.
Der venezolanische Außenminister Nicolas Maduro hatte vor dem UNASUR-Treffen der Chefdiplomaten am Donnerstag erklärt, dass seine Kollegen dort auf die "schweren Drohungen und Angriffe" der Regierung von Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe eingehen müssten. Er warf Kolumbien "Verleumdung, Manipulation und Lügen" vor. "Wir könnten den Weg des Friedens wieder einschlagen", ergänzte er.
Kolumbiens Außenminister Jaime Bermudez wollte auf dem Treffen bei seinen südamerikanischen Kollegen für einen stärkeren Kampf gegen Rebellen wie die von der FARC werben. Er sprach sich für einen "effizienten Kontrollmechanismus" aus, um zu verhindern, dass sich Aufständische "geduldet von den Behörden auf venezolanischem Territorium oder irgendwo anders in der Welt niederlassen".
Die UNASUR wurde im Mai 2008 ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit der Länder in Sicherheitsfragen zu vertiefen. Der Staatengemeinschaft gehören unter anderem auch Argentinien, Brasilien, Chile und Peru an. Die UNASUR hatte bereits im vergangenen November zwischen Kolumbien und Venezuela vermittelt. Damals reagierte Venezuela verärgert auf ein Militärabkommen zwischen Kolumbien und den USA über die Nutzung kolumbianischer Stützpunkte durch die US-Armee.