Banküberweisungen und Lastschriften sollen in der EU schneller, billiger und einfacher werden.
Banküberweisungen und Lastschriften sollen in der EU schneller, billiger und einfacher werden. Dazu soll bis Frühjahr 2014 der einheitliche europäische Zahlungsraum SEPA (Single Euro Payments Area) geschaffen werden.
BANKVERBINDUNG: Nach Einführung des SEPA müssen Bankkunden für alle Transaktionen im In- und Ausland den 22-stelligen IBAN-Code (International Bank Account Number) angeben, der bereits heute bei grenzüberschreitenden Zahlungen verwendet werden kann. Zunächst muss auch noch die internationale Bankleitzahl BIC angegeben werden, sie soll aber spätestens 2016 wegfallen.
DIE NEUE KONTONUMMER: Die IBAN ist zwar lang, die Umstellung dürfte aber nicht schwer fallen. Für deutsche Bankkunden beginnt die Nummer mit DE, es folgen zwei neue Ziffern - und dann die altbekannte Bankleitzahl und Kontonummer. Auskunft über IBAN und BIC erhalten Kunden bei ihrem Geldinstitut. Häufig sind sie schon heute auf den Bankauszügen vermerkt.
KONTO: Die Verbraucher können ihr bisheriges Konto behalten und darüber alle Transaktionen innerhalb des einheitlichen Zahlungsraums abwickeln. "Ein einziges Konto wird künftig reichen, um egal aus welchem Land alle Zahlungen europaweit abzuwickeln", erläutert die Berichterstatterin des Europaparlaments, die finnische Konservative Sari Essaya.
LASTSCHRIFTVERFAHREN: Das in Deutschland beliebte Lastschriftverfahren bleibt unangetastet. Das gilt auch für das bedingungslose Widerrufsrecht bei Lastschrift-Abbuchungen vom eigenen Konto. Auf Druck des Europaparlaments bleibt auch das im Vergleich zur Kreditkartenzahlung preisgünstige elektronische Lastschriftverfahren - ebenfalls eine deutsche Besonderheit - im einheitlichen Zahlungsraum bestehen. Für die Umstellung auf die neuen Codes müssen die Banken sorgen, nicht der Verbraucher.
WÄHRUNG: SEPA-Überweisungen sind nur in Euro möglich. Wenn etwa ein Hotel oder ein Ferienhausbesitzer in Dänemark, Großbritannien oder in der Schweiz keine Euro-Überweisung akzeptiert oder seine Bank den Kurs nicht automatisch umrechnet, müssen deutsche Urlauber weiter die herkömmliche - und teurere - Auslandsüberweisung nutzen.
RISIKEN: Verbraucherschützer empfehlen, bei der Angabe von IBAN und BIC sehr gut aufzupassen. Denn bei der SEPA-Überweisung hat nicht mehr der Name des Empfängers Priorität, sondern die Nummer. Falsche Angaben, etwa durch Zahlendreher, gehen somit zu Lasten des Verbrauchers.
EINSPARUNGEN: Die EU-Kommission erwartet vom einheitlichen Zahlungsraum jährliche Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe - vor allem dank wegfallender Gebühren für Bankkunden. Nach Überzeugung von Experten wird der größere Wettbewerb Banken und Sparkassen dazu veranlassen, ihre Gebühren für Überweisungen und Lastschriften drastisch zu senken oder abzuschaffen. Schon heute sind grenzüberschreitende SEPA-Überweisungen, die der Kunde selbst per Internet abwickelt, bei vielen Geldinstituten kostenlos.
GELTUNGSRAUM: Am SEPA nehmen 32 Länder teil - alle 27 EU-Staaten, dazu die Schweiz, Liechtenstein, Island, Norwegen und Monaco.