Nach der von den Palästinensern verkündeten Waffenruhe sieht Israel von einer Bodenoffensive im Gazastreifen ab. Trotzdem gab es in der Nacht Beschuss aus dem Gazastreifen.

Palästinenser protestieren gegen die Luftangriffe Israels im Gazastreifen© AFP
Trotz einer von den wichtigsten Palästinensergruppen vereinbarten Waffenruhe sind in der Nacht zum Montag fünf Raketen aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels abgefeuert worden. Es habe keine Opfer gegeben, eine Rakete habe aber Schäden an einem leerstehenden Gebäude angerichtet, wie es aus israelischen Polizeikreisen hieß. Die israelische Armee flog unterdessen nach Angaben eines Sprechers keine weiteren Luftangriffe auf den Gazastreifen.
Auch von einer Bodenoffensive im Gazastreifen sieht Israel ab. Diese Entscheidung habe das von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einberufene Sicherheitskabinett in der Nacht getroffen, berichtete das israelische Militärradio am Montag. Israel befürchte, mit einer Offensive Massendemonstrationen in Ägypten zu provozieren, die die Stabilität der Übergangsregierung in Kairo gefährden könnten. Nach einer Anschlagsserie mit acht Toten in Südisrael am vergangenen Donnerstag hatte die israelische Armee nächtliche Luftangriffe auf den Gazastreifen geflogen, wo sie die Drahtzieher der Attacken vermutete. Dabei kamen palästinensischen Angaben zufolge 15 Menschen ums Leben, etwa 50 wurden verletzt. Außerdem drohte Israel mit einer Bodenoffensive in dem Palästinensergebiet. Von Ende Dezember 2008 bis Januar 2009 waren bei einer israelischen Militäroffensive im Gazastreifen 1400 Palästinenser getötet worden. Damals reagierte Israel auf anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Seit der jüngsten Eskalation der Gewalt am Donnerstag feuerten radikale Palästinenser erneut mehr als hundert Geschosse auf Israel ab, dabei kam ein Mensch ums Leben. Am Sonntag trafen die wichtigsten Palästinensergruppen im Gazastreifen nach Angaben der radikalislamischen Hamas eine Vereinbarung, die Waffen vorerst ruhen zu lassen.
Ein führendes Mitglieder der im Gazastreifen herrschenden Hamas, Ahmed Jussef, hatte der Nachrichtenagentur dpa gesagt, die besonders radikalen Kräfte, die die Raketen abfeuern, warteten auf eine "positive Antwort" Israels, dass die Luftangriffe gestoppt würden.