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23. Januar 2011, 12:35 Uhr

Hunderte Tunesier auf dem Weg in die Hauptstadt

Hunderte Tunesier haben sich am Samstag aus der verarmten Zentralregion des Landes, wo die sogenannte Jasmin-Revolution startete, auf einen Marsch nach Tunis gemacht. Erste Teilnehmer des Marsches sind jetzt in der Hauptstadt eingetroffen.

Ein Demonstrationszug von hunderten Tunesiern aus der verarmten Zentralregion des Landes hat am Sonntag Tunis erreicht. Unter Rufen wie "Das Volk ist gekommen, um die Regierung zu stürzen" zog die Menge durch die Hauptstadt, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein älterer Mann unter den etwa tausend Teilnehmern der "Karawane der Freiheit" bezeichnete die Übergangsregierung, die sich nach dem Sturz von Präsident Zine El Abidine Ben Ali formiert hatte, als "letzte Reste der Diktatur", die beseitigt werden müssten. Im den verarmten Zentralregionen Tunesiens hatte die sogenannte Jasmin-Revolution ihren Ausgang genommen.

Die "Karawane der Freiheit" hatte ihren Marsch auf Tunis am Samstagmorgen in dem etwa 280 Kilometer südlich der Hauptstadt gelegenen Ort Menzel Boutaiane begonnen. Je mehr Orte der Zug passierte, um so mehr Menschen schlossen sich an. In Menzel Boutaiane begann nach Angaben der Organisatoren des Marsches die "Jasmin-Revolution". In der Ortschaft seien erstmals Demonstranten von der Polizei niedergeschossen worden. Die anhaltenden Proteste im ganzen Land trieben letztlich den Präsidenten Ben Ali in die Flucht.

Tunesien wird inzwischen von einer Übergangsregierung geführt. Aber auch sie wird von vielen Tunesiern nicht akzeptiert, weil in ihr auch Vertreter der alten Regierung sind. Deshalb halten die Proteste im Land weiter an.

AFP