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News am 31.05.2012
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1. Februar 2012, 19:08 Uhr

EU untersagt Fusion von Deutscher und New Yorker Börse

Die Mega-Fusion der Deutschen Börse mit dem US-Konkurrenten NYSE Euronext ist geplatzt.

Die Mega-Fusion der Deutschen Börse mit dem US-Konkurrenten NYSE Euronext ist geplatzt. Die EU-Kommission untersagte den Zusammenschluss, wie sie heute mitteilte. Die Fusion der Börsen in Frankfurt am Main und New York hätte nach ihrer Ansicht beim "weltweiten Börsenhandel mit europäischen Finanzderivaten zu einer monopolartigen Stellung geführt".

"Wir haben versucht, eine Lösung zu finden, aber die angebotenen Abhilfemaßnahmen haben bei Weitem nicht ausgereicht, um die Bedenken auszuräumen", erklärte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Vor der Presse sagte er, eine Erlaubnis sei unmöglich gewesen. Die Fusion hätte zu schlechteren Bedingungen für viele Unternehmen beim Zugang zu Finanzinstrumenten geführt und so "der europäischen Wirtschaft insgesamt geschadet".

Durch die Fusion wäre der weltweit größte Börsenbetreiber entstanden. Die EU-Kommission konzentrierte sich in ihrer Untersuchung auf den Handel mit Derivaten, hochkomplexen Finanzpapieren. Strittig zwischen Brüssel und den Börsen war dabei, welche Märkte in die Prüfung einbezogen werden sollten. Denn davon hing ab, wie die Marktstellung des geplanten neuen Unternehmens bewertet würde.

Die EU-Kommission legte ihr Augenmerk auf den Börsenhandel. Derivate werden aber nicht nur an Börsen gehandelt, sondern auch außerbörslich. Die Kommission begründete ihr Vorgehen damit, dass der außerbörsliche Handel nach Art und Höhe nicht mit den börslich gehandelten Derivaten vergleichbar sei.

Die Deutsche Börse reagierte "mit Enttäuschung" auf das Veto. "Dies ist ein schwarzer Tag für Europa und seine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf den weltweiten Finanzmärkten", erklärte das Unternehmen in Frankfurt. Die Kommission sei mit ihrer Entscheidung "der globalen Natur des Wettbewerbs im Derivatemarkt nicht gerecht" geworden.

Die Deutsche Börse verwies zudem auf eine Entscheidung der USA in einem ähnlichen Fall. Bei der damals genehmigten Fusion der Chicagoer Unternehmen CME und CBOT, aus der 2007 die "größte global agierende Derivatebörse" hervorgegangen sei, hätten die US-Behörden den Derivatemarkt ganz anders beurteilt.

Enttäuscht reagierte auch die Spitze von NYSE Euronext. Die Börsenunternehmen hätten in Brüssel "bedeutsame" Zugeständnisse angeboten, um die Fusion zu ermöglichen. Dennoch sei es "nun Zeit, weiterzugehen", erklärte die NYSE in New York.

Die hessische Landesregierung nahm die Entscheidung aus Brüssel "zur Kenntnis". Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erklärte: "Wir sind jedoch davon überzeugt, dass die Deutsche Börse auch ohne die angestrebte Fusion mit der NYSE Euronext stark genug ist, weiterhin eine bestimmende Rolle als Finanzdienstleister am Finanzplatz Frankfurt einzunehmen." Das Fusionsvorhaben war auch bei der Landesregierung in Wiesbaden angemeldet worden.

Durch den Zusammenschluss wäre der weltgrößte Börsenbetreiber mit Standorten unter anderem in Frankfurt am Main, New York, Paris, Amsterdam und Brüssel entstanden. Die Deutsche Börse wäre an dem neuen Konzern, der in den Niederlanden seinen offiziellen Sitz haben sollte, mit 60 Prozent beteiligt worden, die Partner aus den USA mit 40 Prozent.

AFP