Eurokrise hinterlässt an deutschem Automarkt Schrammen

3. Januar 2013, 17:28 Uhr

Die Euroschuldenkrise ist auch am deutschen Automobilmarkt im vergangenen Jahr nicht spurlos vorübergegangen.

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Die Euroschuldenkrise ist auch am deutschen Automobilmarkt im vergangenen Jahr nicht spurlos vorübergegangen. 2012 seien insgesamt 3,1 Millionen Autos registriert worden und damit drei Prozent weniger als noch im Jahr zuvor, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin mit. Für dieses Jahr rechne die Branche mit einem weiteren Rückgang - voraussichtlich drei Millionen Fahrzeuge würden zugelassen.

"2013 wird ein herausforderndes Jahr für die Automobilindustrie", erklärte Verbandspräsident Matthias Wissmann. Der Pkw-Markt in Westeuropas werde voraussichtlich um weitere drei Prozent im Vergleich zu 2012 schrumpfen auf 11,4 Millionen verkaufte Neuwagen. 2012 belaufe sich der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Schätzungen auf ein Minus von acht Prozent. Insgesamt wurden demnach 11,8 Millionen Autos in Westeuropa verkauft.

Im Dezember sei die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland ungewöhnlich stark zurückgegangen, und zwar um 16 Prozent, teilte der VDA mit. Insgesamt 204.300 Fahrzeuge seien neu registriert worden. VDA-Präsident Matthias Wissmann betonte jedoch, die Zahlen sollten "nicht überbewertet werden". Im Dezember 2012 habe es vier Arbeitstage weniger gegeben als im Vorjahresmonat 2011. Dies habe einem Fünftel weniger Tage für den Verkauf entsprochen.

2013 erhalte der Weltautomarkt voraussichtlich durch Märkte wie China oder die USA Impulse, erklärte VDA-Präsident Wissmann. Weltweit rücke die Schwelle von 70 Millionen verkauften Neuwagen in greifbare Nähe. "Getragen wird diese Dynamik vor allem vom chinesischen Markt und dem wieder erstarkten Leitmarkt USA", erklärte Wissmann. Die deutsche Autoindustrie werde "alles daran setzen", um ihren Weltmarktanteil von einem Fünftel "zu halten und auszubauen". Drei von vier in Deutschland gebauten Autos gehen demnach in den Export.

Auf dem US-Markt konnten die Hersteller im abgelaufenen Jahr zum Teil kräftige Absatzsteigerungen für sich verbuchen. Sie verkauften laut Ford zusammengenommen geschätzte 14,8 Millionen Neuwagen - ein Plus von rund 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Spitzenreiter war General Motors (GM) mit 2,6 Millionen verkauften Autos, einem Zuwachs von vier Prozent. Ihren Absatz deutlich steigern konnten der japanische Hersteller Toyota und der US-Produzent Chrysler mit einem Plus von 27 und 21 Prozent.

AFP