Der Zerfall Jugoslawiens war nach Einschätzung des letzten jugoslawischen Präsidenten Stipe Mesic unvermeidlich. Die wichtigsten Gründe für den Niedergang seien der Tod des langjährigen Staatschefs Josip Broz Tito und der Aufstieg des späteren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic gewesen, sagte Mesic anlässlich des 20. Jahrestages der Unabhängigkeit von Slowenien und Kroatien am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Mit Tito, der von 1953 bis zu seinem Tod im Mai 1980 an der Spitze des Vielvölkerstaates gestanden hatte, sei der "wichtigste verbindende Faktor" verloren gegangen. Für die blutigen Kriege in Kroatien und Bosnien macht er vor allem Milosevic und seine "Fixierung auf die Schaffung eines 'Groß-Serbiens'" verantwortlich.