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25. März 2011, 11:41 Uhr

Ermittler prüfen weiter Rolle des Jugendamts

Nach der blutigen Familientragödie von Hennef, bei der ein Vater mit Kettensägen zunächst seinen dreijährigen Sohn und dann sich selbst getötet hatte, prüft die Staatsanwaltschaft weiter mögliche Versäumnisse von Jugendamts-Mitarbeitern.

Nach der blutigen Familientragödie von Hennef, bei der ein Vater mit Kettensägen zunächst seinen dreijährigen Sohn und dann sich selbst getötet hatte, prüft die Staatsanwaltschaft weiter mögliche Versäumnisse von Jugendamts-Mitarbeitern. Im Zuge der intensiven Ermittlungen seien auch weitere Vernehmungen geplant, sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Hintergrund ist demnach der Anfangsverdacht, dass Mitarbeiter der Jugendamtes über angebliche Drohungen des Vaters im Vorfeld der Bluttat informiert gewesen sein könnten.

Die Leichen des 24-jährigen Vaters und des Kleinkindes waren am Mittwoch in einem Auto entdeckt worden, das im Krabachtal zwischen Hennef und Eitorf (Rhein-Sieg-Kreis) abgestellt war. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte der Vater die Bluttat mit zwei Kettensägen begangen, die sich im Kofferraum des Wagens befanden. Zunächst enthauptete er demnach mit einer der Sägen seinen dreijährigen Sohn, anschließend tötete sich der Mann mit der zweiten Kettensäge selbst.

Hintergrund der entsetzlichen Tat könnte ein Sorgerechtsstreit sein. Der im rheinland-pfälzischen Linz lebende Vater hatte das Kind am Dienstag zu einem Kurzbesuch bei seiner getrennt lebenden Ehefrau abgeholt, die im Rhein-Sieg-Kreis wohnt. Nachdem der Vater das Kind nicht zum vereinbarten Zeitpunkt zurückgebracht hatte, informierte die 24-jährige Frau die Polizei. Der Ehefrau zufolge soll der Mann vor rund zwei Wochen gedroht haben, sie und den gemeinsamen Sohn umzubringen. Von der drohenden Haltung ihres Mannes will die Frau auch das zuständige Jugendamt unterrichtet haben.

Im Zuge ihrer Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft nun klären, ob Jugendamts-Mitarbeiter von einer möglichen akuten Gefährdung des Kindes wussten. Bereits am Donnerstag hatten Kripobeamte und der ermittelnde Staatsanwalt in dem Jugendamt Akten gesichert und mit Vernehmungen von Mitarbeitern begonnen.

Der Rhein-Sieg-Kreis hatte am Donnerstag erklärt, der Fall der Familie sei dem Kreisjugendamt im Jugendhilfezentrum Eitorf bekannt gewesen. Im Rahmen einer sozialpädagogischen Familienhilfe hätten sich Mutter und Sohn "in ambulanter Hilfe" befunden. Der Staatsanwaltschaft seien alle dem Jugendamt bekannten Informationen in Form von Akten und Auskünften zur Verfügung gestellt worden, "um die Ermittlungsbehörden in ihrer Ermittlungstätigkeit bestmöglich zu unterstützen".

AFP