Die geöffneten Soldaten-Briefe sind in Afghanistan nicht von der Bundeswehr, sondern von einem privaten Vertragspartner transportiert worden.
Die geöffneten Soldaten-Briefe sind in Afghanistan nicht von der Bundeswehr, sondern von einem privaten Vertragspartner transportiert worden. Im fraglichen Zeitraum seien anders als sonst die Briefe von dem Bundeswehr-Außenposten OP North zum Feldlager Masar-i-Scharif "durch einen privaten Kontraktor" gebracht worden und nicht wie sonst üblich in einem Bundeswehr-Fahrzeug, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. Damit solle aber "nichts angedeutet" werden, betonte der Sprecher. Es bestehe "eine gewisse Wahrscheinlichkeit", dass es sich um einen afghanischen Vertragspartner gehandelt habe.
Wie der Sprecher weiter sagte, haben sich bislang 15 Soldaten als Betroffene in der Affäre um geöffnete Briefe gemeldet. Insgesamt werde von 20 Fällen geöffneter Post ausgegangen, einige Soldaten seien also gleich mehrfach betroffen. Nach Angaben des Sprechers gibt es derzeit keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen den geöffneten Briefen und dem Fall des getöteten Soldaten, der ebenfalls im OP North im Dezember durch den Schuss einer Waffe eines anderen Soldaten getroffen worden war.
Am Dienstag war bekannt geworden, dass Post von Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan auf dem Weg nach Deutschland offenbar systematisch geöffnet worden war. Nach einem Bericht des Wehrbeauftragten, Hellmut Königshaus, kamen die Briefe der Soldaten in der Heimat teilweise mit Inhalt, aber geöffnet, und teilweise auch ohne Inhalt an. Demnach waren ausschließlich Postsendungen betroffen, die aus Masar-i-Scharif in den vergangenen drei Monaten nach Deutschland gesandt worden waren.