Fiktive Queen-Rede im Falle von Atomkrieg aufgetaucht

1. August 2013, 18:23 Uhr

In seit heute geöffneten Archiven der britischen Regierung ist ein gruseliges Dokument aus der Zeit des Kalten Krieges aufgetaucht.

In seit heute geöffneten Archiven der britischen Regierung ist ein gruseliges Dokument aus der Zeit des Kalten Krieges aufgetaucht. Es handelt sich um eine fiktive Rede für Königin Elizabeth II, in der sie ihren Landsleuten nach dem Beginn eines Atomkrieges Mut zusprechen sollte. "Lasst uns für unser Land beten, während wir danach streben, das neue Böse zu bekämpfen", heißt es darin. "Möge Gott Euch alle segnen."

Das Papier wurde 1983 inmitten des Kalten Krieges von Regierungsbeamten verfasst. Gehalten wurde die Rede glücklicherweise nie - und vermutlich hat die Königin den Text auch nie gesehen. Er gehörte zu militärischen Planspielen und schlummerte in den Archiven. Am Donnerstag wurde er veröffentlicht.

Bei der Übung WINTEX-CIMEX 83 wurde ein Chemiewaffenangriff der Sowjetunion auf Großbritannien simuliert. Der NATO-Block hätte darauf mit "begrenzten" Nuklearschlägen reagieren sollen. Die Beamten hatten sogar Titelseiten für diverse Zeitungen erfunden. Die ausgedachte Titelseite der Sun ist weiß, auf der zweiten steht: "Krieg - das Wort, das wir nicht drucken wollten". Auch wenn es sich bei dem Redemanuskript und der Übung um Simulationen handelte, werden die Ängste und die Atmosphäre der damaligen Zeit in den Dokumenten noch heute spürbar.

 
 
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