Forscher sehen Heilungschance für Rückenmarksschäden

26. Juni 2013, 18:38 Uhr

Dank gezielter Stammzelltherapien will ein chinesisches Forschungsnetzwerk gehbehinderten Patienten mit schweren Rückenmarksverletzungen künftig wieder zum Laufen verhelfen.

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Dank gezielter Stammzelltherapien will ein chinesisches Forschungsnetzwerk gehbehinderten Patienten mit schweren Rückenmarksverletzungen künftig wieder zum Laufen verhelfen. Nachdem eine zweite Testrunde bahnbrechende Ergebnisse geliefert habe, sei nun in China die Zulassung für eine letzte Versuchsphase ab Herbst beantragt worden, teilte das nicht-kommerzielle China Spinal Cord Injury Network (ChinaSCINet) mit. Laufe alles wie geplant, könne das Verfahren schon Mitte 2015 weltweit angewendet werden, sagte der in den USA ansässige Geschäftsführer Wise Young der Nachrichtenagentur AFP.

Young berief sich auf Versuche mit 20 Probanden in der chinesischen Stadt Kunming, denen aus der Nabelschnur gewonnene Stammzellen ins Rückenmark transplantiert wurden, um dort die Nerven-Regeneration zu fördern. Zusätzlich angeregt wurde das Wachstum der Nervenfasern mit Lithium. Außerdem erhielten die Testpersonen intensive Lauftherapien. Nach durchschnittlich sieben Jahren seien 15 der Probanden mit besonders schweren Rückenmarksverletzungen wieder in der Lage gewesen, nahezu ohne Unterstützung zu laufen.

Es sei "das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass wir eine Erholung des Rückenmarks beobachten", sagte Young. In der dritten Versuchsphase solle nun jeder einzelne Bestandteil der Kombinationstherapie nochmals an 120 Probanden aus China und ebenso vielen aus Indien, Norwegen und den USA getestet werden.

ChinaSCINet wurde 2005 in Hongkong gegründet und bezeichnet sich selbst als das weltweit größte Netzwerk für klinische Versuche zu Rückenmarkstherapien.

AFP