Französische Truppen in Mali weiter auf dem Vormarsch

25. Januar 2013, 15:33 Uhr

Zwei Wochen nach dem Beginn des französischen Militäreinsatzes gegen Islamisten im Norden Malis sind französische und malische Truppen weiter auf dem Vormarsch.

0 Bewertungen

Zwei Wochen nach dem Beginn des französischen Militäreinsatzes gegen Islamisten im Norden Malis sind französische und malische Truppen weiter auf dem Vormarsch. Die Einheiten rückten in der Nacht nach Hombori, 200 Kilometer westlich der von Islamisten gehaltenen Stadt Gao, vor. Mit der Sprengung einer Brücke in Tassiga versuchten islamistische Kämpfer, eine zweite Front von Truppen aus dem Tschad und Niger zu verhindern.

"Die malischen und französischen Soldaten sind in Hombori, Islamisten gibt es hier nicht mehr", sagte ein Lehrer aus der Ortschaft. Die Angaben wurden von anderen Bewohnern und von malischen Sicherheitskräften bestätigt. Die malischen und französischen Einheiten wollten demnach weiter nach Osten vorrücken. Hombori liegt gut 900 Kilometer nordöstlich der malischen Hauptstadt Bamako.

Islamistische Kämpfer sprengten die Brücke auf der Straße von Gao in die nigrische Hauptstadt Niamey. "Niemand kommt mehr durch", sagte der Transportunternehmer Abdou Maiga. Vom Niger aus sollen afrikanische Soldaten der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) demnächst eine neue Front gegen die Islamisten eröffnen. 2000 Soldaten aus dem Tschad und 500 aus Niger sind deswegen auf dem Weg in die Stadt Ouallam.

Der Antiterror-Koordinator der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, erwartet nach einem Ende der Kämpfe ein langjähriges Engagement der EU in Mali. Die EU werde "für viele Jahre eine aktive Rolle spielen", um etwa durch den Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen den Kampf gegen Terroristen zu stärken. Die EU müsse mehr Hilfe in Mali leisten, das zu den 25 ärmsten Ländern der Welt gehört, und beim Aufbau einer zivilen Regierung und Rechtsstaatlichkeit helfen, um die Chancen des Landes auf eine Rückkehr zu Frieden und Sicherheit zu verbessern, sagte de Kerchove.

Die Generalstabschefs der westafrikanischen Staaten wurden für Samstag zu einem Krisentreffen zu Mali einberufen. Bei dem Treffen in Abidjan solle der MISMA-Einsatz besprochen werden, teilte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) mit. Die ECOWAS hat die Entsendung einer Eingreiftruppe von 3300 Soldaten beschlossen.

Während Gao noch in der Gewalt von Islamisten blieb, zogen diese sich offenbar aus Timbuktu zurück. Timbuktu gleiche einer Geisterstadt, mit den Islamisten hätten auch viele Einwohner die berühmte Stadt verlassen, sagte ein Vertreter der Stadtverwaltung. Seit Tagen gebe es keinen Strom und kein Trinkwasser mehr.

Hilfsorganisationen warnten davor, den Angriff auf die Islamisten auch vom Niger her auf dem Landweg zu verstärken. Durch ein solches Vorgehen werde der Transport von Hilfsgütern über die Straße zwischen Niamey und Gao gefährdet, erklärte die französische Organisation ACF. Schon bislang gebe es in der Region 20.000 Kinder unter 15 Jahren, die unter Mangelernährung litten.

AFP