Der französische Außenminister hat angeblich ein Rücktrittsgesuch abgegeben. Darin versichere er auch seine Loyalität der Regierung gegenüber. Der Präsident Nicolas Sarkozy habe ein solches Dokument nie erhalten, so der Elysée-Palast.
Nach der Veröffentlichung eines Rücktrittsschreibens hat der französische Außenminister Bernard Kouchner Präsident Nicolas Sarkozy seine Loyalität versichert. "Ich möchte erneut versichern, dass meine Beziehungen zum Staatschef immer von Loyalität und Aufrichtigkeit geprägt waren", hieß es in einer vom Außenministerium am Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung.
Zuvor hatte das Magazin "Le Nouvel Observateur" vorab einen Rücktrittsbrief Kouchners vom 25. August veröffentlicht. Darin beklagte Kouchner sich über "Demütigungen" durch die Berater Sarkozys und kritisierte "das Ende der Öffnung" nach Links.
Kouchner hatte in der Vergangenheit bereits bestätigt, dass er Schwierigkeiten mit einigen engen Mitarbeitern Sarkozys habe, darunter dem Generalsekretär im Elysée-Palast, Claude Guéant. Der 70-Jährige Arzt, dessen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen 1999 den Friedensnobelpreis erhielt, ist seit 2007 im Amt.
Der konservative Sarkozy hatte den Linkspolitiker damals in die Regierung geholt, um seine Offenheit zu dokumentieren. Der Präsident plant im November eine Regierungsumbildung; ein Ausscheiden Kouchners gilt als wahrscheinlich.
"Ein Rücktrittsschreiben des Außenministers" habe Sarkozy "nicht erhalten", teilte der Präsidentenpalast am Donnerstagabend mit. Die Frage, ob der Präsident ein Schreiben Kouchners erhalten habe, in dem ein Rücktritt nicht explizit erwähnt werde, blieb indes unbeantwortet.
Zuvor hatte am Mittwochabend das Außenministerium auf die Veröffentlichung des "Nouvel Observateur" reagiert. Kouchner erklärte demnach: "Ich möchte erneut versichern, dass meine Beziehungen zum Staatschef immer von Loyalität und Aufrichtigkeit geprägt waren."