Der Königsthron der Liberalen wackelt: Birgit Homburger hat erklärt, dass nach den Wahlniederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auch Parteichef Westerwelle zur Disposition stehe.
FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger hat Zweifel an der Zukunft von Guido Westerwelle als Parteivorsitzender der FDP erkennen lassen. In der "Rheinischen Post" vom Freitag bezeichnete Homburger die Frage des Parteivorsitzes als "offen". "In der Tat können wir nicht so weiter machen wie bisher", antwortete Homburger auf die Frage nach personellen Veränderungen in der Parteispitze. Es müsse in diesem Zusammenhang über "alle" Führungspositionen geredet werden, auch über den Parteichef. Einen eigenen Rücktritt als Fraktionschefin lehnte Homburger zugleich ab.
Im aktuellen ZDF-Politbarometer gaben 69 Prozent der Befragten Westerwelle große Schuld (44 Prozent) oder sogar sehr große Schuld (25 Prozent) an den Wahlniederlagen der FDP bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vom vergangenen Sonntag. Auch äußerten 55 Prozent der Befragten die Erwartung, dass Westerwelle beim FDP-Bundeparteitag im Mai nicht mehr der Parteichef sein werde. Allerdings wird auch die FDP insgesamt kritisch bewertet. Nur 15 Prozent bezeichneten deren Politik als "eher glaubwürdig", 79 Prozent als "nicht glaubwürdig".