Co-Chef der Deutschen Bank: Für Rücktritt "keinen Grund"

14. Dezember 2012, 10:08 Uhr

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat den Vorwurf der schweren Steuerhinterziehung zurückgewiesen.

0 Bewertungen

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat den Vorwurf der schweren Steuerhinterziehung zurückgewiesen. Er sei "fest davon überzeugt", dass sich die Vorwürfe als unbegründet erweisen würden, sagte Fitschen der "Bild"-Zeitung. In seinem mehr als 40-jährigen Berufsleben sei er "den Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns stets treu geblieben", betonte der Manager. Deshalb fühle er sich ungerecht behandelt und werde sich zur Wehr setzen. Für einen Rücktritt sehe er "keinen Grund".

Dem "Handelsblatt" sagte Fitschen, er halte das Vorgehen der Staatsanwaltschaft für "überzogen". Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung beim Handel mit C02-Emissionszertifikaten, Geldwäsche und versuchter Strafvereitelung gegen 25 Mitarbeiter der Deutschen Bank - darunter Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause.

Fünf Mitarbeiter waren am Mittwoch festgenommen worden, vier von ihnen bleiben nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft vom Donnerstag vorerst in Untersuchungshaft. Ein weiterer Beschuldigter wurde demnach aus gesundheitlichen Gründen für haftunfähig erklärt.

Laut Bericht der "Süddeutschen Zeitung" werfen die Ermittler den Mitarbeitern der Bank vor allem vor, sie hätten Unterlagen vernichtet, die für die Aufklärung der Vorwürfe nötig gewesen wären. Den Ermittlern seien E-Mails zu den mutmaßlich kriminellen Geschäften vorenthalten worden; das sei einer der zentralen Vorwürfe in den Haftbefehlen gegen die fünf Festgenommenen. Bei ihnen handelt es sich laut "Süddeutscher" um einen führenden Mitarbeiter aus dem Rechtsbereich, einen aus der Rechtsabteilung und einen aus der Sparte IT sowie einen Geldwäscheexperten.

Die Deutsche Bank hatte nach ersten Durchsuchungen wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs mit CO2-Zertifikaten im April 2010 zugesagt, vollständig zu kooperieren und alle für die Aufklärung erforderlichen Unterlagen zu übergeben. Die "Süddeutsche" zitierte aus der Bank und ihrem Umfeld, bei den nun monierten fehlenden E-Mails handele es sich um "ein Tausendstel" des gesamten Schriftverkehrs zu den Handelsgeschäften. Niemand habe manipuliert - in den riesigen Datenmengen sei es zu unbeabsichtigten Lücken gekommen. Die Vorwürfe seien absurd.

AFP