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15. Mai 2011, 10:00 Uhr

Täter bezeichnet sich als "Rächer Gottes"

Ein offenbar geistesgestörter Mann hat eine 60-jährige Britin in einem Supermarkt auf der spanischen Insel Teneriffa enthauptet. Der Täter war im Februar aus einer geschlossenen Psychiatrie entlassen worden.

Die spanische Polizei geht nach der Enthauptung einer Britin auf Teneriffa davon aus, dass die Frau das Zufallsopfer eines Geisteskranken geworden ist. Der Mann, ein 28-jähriger aus Bulgarien stammender Obdachloser, sei erst im Februar aus der geschlossenen Psychiatrie entlassen worden, berichteten kanarische Medien am Samstag unter Berufung auf die Ermittler. Bei dem Opfer handelt es sich um eine 60-Jährige aus Großbritannien. Das gab eine der beiden Töchter der Frau am Samstag bekannt.

Nach Angaben der Tochter war die Frau vor einigen Jahren in Rente gegangen und pendelte bis zu ihrer Ermordung zwischen ihrer Wahlheimat Teneriffa und Frankreich, wo eine der beiden Töchter lebt. Die Getötete war Großmutter von fünf Enkelkindern. Die britische Boulevardzeitung "The Sun" hatte zuvor berichtet, es handelte bei dem Opfer um eine Britin chinesischer Abstammung.

Der Täter war wegen seiner Gewaltausbrüche schon mehrfach festgenommen und schließlich in ein Krankenhaus der Inselhauptstadt Santa Cruz eingewiesen worden. Warum er entlassen wurde, ist nicht bekannt. Der 28-Jährige habe sich selbst als "Messias" oder "Prophet" bezeichnet.

"Ich bin der Rächer Gottes und bin gekommen, um für Gerechtigkeit zu sorgen" - mit diesen Worten soll er nach der Tat am Freitag mit dem Kopf seines Opfers durch die Straßen des Urlaubsortes Los Cristianos im Süden Teneriffas gelaufen sein, ehe er mit Hilfe von Passanten überwältigt und festgenommen werden konnte.

Der Mann war seinem Opfer nach Angaben der Polizei in einen chinesischen Supermarkt gefolgt, hatte dort ein großes Messer aus einem Regal genommen und dutzendfach auf die Frau eingestochen. Anschließend habe er ihr den Kopf abgetrennt. Eine Überwachungskamera hielt den grausigen Mord fest.

Die Britin lebte bereits seit längerer Zeit in Los Cristianos und kaufte regelmäßig in dem Supermarkt ein, wie es weiter hieß. Der mutmaßliche Mörder hatte sie kurz vor der Tat auf der Straße bedrängt, sie war deshalb in ein Büro des Arbeitsamtes geflüchtet und hatte dort um Hilfe gebeten. Ein Wachmann hatte den Mann daraufhin vertrieben. Als sie sich in Sicherheit wähnte, setzte die Frau ihren Weg zum Supermarkt fort.

Nach dem Mord fürchtet Teneriffa einen Imageverlust bei den Touristen, zumal die Kanaren-Insel damit wirbt, ein sicheres Urlaubsziel zu sein. Jedes Jahr werden dort rund 1,5 Millionen Gäste aus Großbritannien gezählt. "Dies war ein absoluter Einzelfall", schrieb der Tourismusbeauftragte José Manuel Bermúdez in einer Mitteilung an britische Medien.

hw/AFP/DPA
 
 
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