EU-Beitritt
Gespräche mit Island haben begonnen
Die Beitrittsverhandlungen zwischen Island und der Europäischen Union haben am Dienstag begonnen.
Island und die Europäische Union haben die Verhandlungen über eine Mitgliedschaft aufgenommen. EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle sprach am Dienstag anlässlich der Eröffnung der Beitrittsgespräche in Brüssel von einem "historischen Tag". Besorgt zeigte sich Füle über die EU-Skepsis in der isländischen Bevölkerung. Die Isländer müssen der Aufnahme in einem Referendum zustimmen.
Als Problemfelder gelten die Bereiche Fischerei und insbesondere der Walfang. "Das ist kein Selbstläufer", sagte EU-Kommissar Füle. Der isländische Außenminister Össur Skarphedinsson wies die Forderung der Europäer nach einem Stopp des traditionellen Walfangs zurück. Sein Land gefährde keine Bestände, betonte er. Allerdings unterstützen nach seinen Angaben auch viele Isländer ein Walfang-Verbot.
Island erhofft sich von dem EU-Beitritt vor allem wirtschaftliche Stabilität. Skarphedinsson zeigte sich überzeugt, dass Islands Finanzinstitute in der Krise vor zwei Jahren nicht zusammengebrochen wären, wenn das Land bereits den Euro gehabt hätte. Seit der Pleite der Icesafe-Bank fordern Großbritannien und die Niederlande eine Entschädigung ihrer Bürger. Diesen Streitpunkt klammerte die EU aus ihren Beitrittsverhandlungen aus.