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10. November 2011, 11:43 Uhr

Berlusconi spricht indirekte Nachfolgeempfehlung aus

Am Mittwoch wurde der frühere EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti zum Senator auf Lebenszeit ernannt. Zu den Gratulanten gehörte auch Italiens scheidender Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Die Wortwahl seines Telegramms deuten Kommentatoren als implizite Nachfolgeempfehlung.

Berlusconi, Ex-EU-Kommissar, Monti, Nachfolger

Der frühere EU-Kommissar Mario Monti gilt als einer der Favoriten für eine Übergangsregierung in Italien© Jonathan Brady/DPA

Der scheidende italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den früheren EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti implizit als seinen Nachfolger empfohlen. Er wünsche Monti eine "fruchtbare Arbeit im Interesse des Landes", heißt es in einem Glückwunschtelegramm Berlusconis an den 68-jährigen Wirtschaftswissenschaftler, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das Telegramm bezieht sich darauf, dass Monti am Mittwoch den Titel eines Senators auf Lebenszeit erhielt. Monti war von 1994 bis 2004 EU-Kommissar. Die Mailänder Börse legte am Morgen angesichts steigender Hoffnung auf ein Ende der politischen Hängepartie in Italien um mehr als drei Prozent zu.

Unter dem Druck der Schuldenkrise hatte Berlusconi am Dienstagabend angekündigt, er werde nach der Verabschiedung zentraler Spar- und Reformpläne durch das Parlament sein Amt abgeben. Staatschef Giorgio Napolitano erklärte, nach Berlusconis Rücktritt werde er "umgehend" Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung einleiten. Denkbare Szenarien sind die Bildung einer um die Zentrumspartei erweiterten neuen Regierung, eine von einem unabhängigen Experten geführte nationale Einheitsregierung oder vorgezogene Parlamentswahlen.

Die Verabschiedung der Sparmaßnahmen wird bis zum Wochenende erwartet. Italienischen Medienberichten zufolge wird der Senat wohl am Freitag, das Abgeordnetenhaus am Samstagnachmittag, spätestens aber am Sonntag über die Reformen abstimmen.

Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Das Land hat einen Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro angehäuft. Ein Rettungseinsatz wie bei Irland, Portugal oder Griechenland könnte die anderen Euro-Länder überfordern.

AFP
 
 
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