Knapp zwei Monate nach der Auflösung des Parlaments im Golfemirat Kuwait hat dort die vorgezogene Neuwahl zum Abgeordnetenhaus stattgefunden.
Knapp zwei Monate nach der Auflösung des Parlaments im Golfemirat Kuwait hat dort die vorgezogene Neuwahl zum Abgeordnetenhaus stattgefunden. Männer und Frauen stellten sich getrennt vor den Wahlbüros an. Beobachter rechnen mit einer Mehrheit der 50 Parlamentssitze für die islamistischen Oppositionsparteien. Wegen der dynastischen Strukturen in dem Land haben sie jedoch keine Chance auf eine Regierungsübernahme. Bisher verfügte die islamistische Opposition über 20 Abgeordnete.
Der kuwaitische Emir Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah hatte das Parlament Anfang Dezember zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren aufgelöst, nachdem sein Neffe Scheich Nasser Mohammed al-Ahmed al-Sabah wegen Korruptionsvorwürfen als Regierungschef zurückgetreten war. Außerdem hatte es Demonstrationen nach dem Vorbild des "arabischen Frühlings" gegeben. Die Familie Sabah herrscht seit rund 250 Jahren über das ölreiche Kuwait. In jüngster Zeit wurden die Forderungen nach demokratischen Reformen und einer konstitutionellen Monarchie immer lauter.
Von den mehr als 400.000 Stimmberechtigten waren 54 Prozent Frauen. Vier im Jahr 2009 zum ersten Mal ins Parlament gewählte Frauen traten erneut an. Die Wahl wurde erstmals von etwa 30 internationalen und 300 einheimischen Beobachtern überwacht. In dem Golfemirat leben etwa 1,2 Millionen Kuwaiter und rund doppelt so viele Ausländer.