Nachdem ein Sprecher des kambodschanischen Außenministeriums noch am Mittwoch von einer Kriegserklärung Thailands gesprochen hatte, ruderte Kambodschas Regierungschef kurz darauf zurück. Er sei zu Gesprächen bereit und forderte einen Waffenstillstand
Angesichts anhaltender Kämpfe an der Grenze zu Thailand hat Kambodschas Regierungschef Hun Sen zu einem Waffenstillstand aufgerufen. Er sei bereit, sich bei einem regionalen Gipfeltreffen in Indonesien Anfang Mai mit seinem thailändischen Kollegen zu Gesprächen zu treffen, sagte der Ministerpräsident am Mittwoch bei einer Rede in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh.
Zuvor hatte der thailändische Verteidigungsminister Prawit Wongsuwon ein für Mittwoch geplantes Treffen mit seinem kambodschanischen Kollegen in Phnom Penh zu Verhandlungen über eine Waffenruhe kurzfristig abgesagt. Als Grund nannte die thailändische Armee Berichte kambodschanischer Medien, wonach Thailand eine Niederlage eingestanden und einem Waffenstillstand zugestimmt habe.
Seit Freitag liefern sich Soldaten der beiden Länder entlang eines umstrittenen Grenzabschnitts Gefechte. 14 Soldaten starben und mehr als 20.000 Menschen wurden auf beiden Seiten in die Flucht getrieben. Im Zentrum des Streits steht die Tempelanlage von Preah Vihear, die von beiden Seiten für sich beansprucht wird und die bereits wiederholt Auslöser von Kämpfen war.