Foto auf "türkischem Joghurt"
Grieche erhält gut 200.000 Euro Schadenersatz
Ein Grieche, dessen Porträt irrtümlich auf einem "türkischen Joghurt" landete, soll von dem schwedischen Hersteller gut 200.000 Euro Schadenersatz bekommen.
Ein Grieche bekommt gut 200.000 Euro Schadenersatz von einer schwedischen Molkerei, weil sie den Mann in ihrer Reklame als Türken verkauft. Wie die Zeitung "Expressen" am Mittwoch berichtete, zahlt die Molkerei Lindahl dem 77 Jahre alten Rentner Minas Karatzoglis aus Delphi zwei Millionen Kronen für sein Konterfei auf den Plastikdosen des Unternehmens mit türkischem Joghurt. "Wir zahlen lieber freiwillig diesen Betrag, um uns alle möglichen Prozesse in Griechenland zu ersparen", sagte Molkereichef Anders Lindahl.
Karatzoglis erfuhr von seiner Reklame-Rolle für türkischen Joghurt erst, als sein Foto schon acht Jahre im Einsatz war. Der Mann, der einen weißen Rauschebart trägt, verlangte zunächst 50 Millionen Kronen. "Ich wusste nichts von dieser Geschichte. Bekannte von mir haben mir das gesagt. Ich wollte weder als Türke noch überhaupt als Darsteller einer Werbung präsentiert werden", sagte Karatzoglis im griechischen Fernsehen am Mittwochabend. Als Händler reise er viel über Märkte und werde dort wegen seines Bartes immer wieder gerne auch von Touristen fotografiert. Eines dieser Fotos müsse nach Schweden gelangt sein, vermutet er.
Die Molkerei lehnte den von ihm geforderten Betrag als aberwitzig mit der Begründung ab, dass sie pro Jahr gerade mal so viel Umsatz mit dem Joghurt erziele.
Der Rentner will offenbar die nun offerierte Summe akzeptieren: "Ich kann damit meine Rente ergänzen und meinen Kindern ein bisschen helfen", sagte er im griechischen Fernsehen. Die Molkerei will versuchen, das Geld von ihrer Werbeagentur erstattet zu bekommen.