Elitepolizisten der Anti-Terror-Einheit GSG 9 haben in Düsseldorf einen weiteren mutmaßlichen Helfer der Zwickauer Neonazi-Zelle festgenommen.
Elitepolizisten der Anti-Terror-Einheit GSG 9 haben in Düsseldorf einen weiteren mutmaßlichen Helfer der Zwickauer Neonazi-Zelle festgenommen. Der 31-jährige Carsten S. ist laut Bundesanwaltschaft dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch geleistet zu haben. Damit sitzen nun neben der mutmaßlichen Terroristin Beate Zschäpe fünf mutmaßliche Unterstützer der Zelle in U-Haft.
S. soll 2001 oder 2002 gemeinsam mit einem weiteren mutmaßlichen Unterstützer eine Schusswaffe für die Zelle besorgt haben. Laut Bundesanwaltschaft kaufte er nach vorläufigen Erkenntnissen die Waffe samt Munition in Jena und gab sie anschließend dem als mutmaßlichem Terrorhelfer inhaftierten Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Dieser betraute demnach einen Kurier mit dem Transport der Waffe zu den Mitgliedern der Zwickauer Zelle, der neben Zschäpe die Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos angehört haben sollen.
Der Bundesanwaltschaft zufolge soll S. billigend in Kauf genommen haben, dass die Schusswaffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden könnte. Zunächst ist nach Angaben der Karlsruher Behörde aber ungeklärt, ob mit der Waffe tatsächlich terroristische Taten begangen wurden. Das aus Thüringen stammende Trio Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos soll nach seinem Untertauchen 1988 die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) gegründet haben. Die jahrelang unentdeckt gebliebene Zelle wird für die Morde an neun Migranten und einer Polizistin in den Jahren 2000 bis 2007 verantwortlich gemacht.
Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt. Mundlos und Böhnhardt wurden Anfang November nach einem gescheiterten Banküberfall tot in einem Wohnmobil in Eisenach aufgefunden, Zschäpe stellte sich der Polizei.
Laut Bundesanwaltschaft wurde die Wohnung von S. von Beamten des Bundeskriminalamts und des Landeskriminalamts durchsucht. Der Festgenommene war demnach 1999 und 2000 im rechtsextremen "Thüringer Heimatschutz" aktiv, dem auch das Neonazi-Trio angehört haben soll. Bis 2003 unterhielt S. den Angaben zufolge Kontakte in rechtsradikale Kreise.
Der 31-Jährige soll den Angaben zufolge in enger Verbindung zu den drei Neonazis gestanden und sie finanziell unterstützt haben. Zeitweilig soll er der einzige aus dem rechtsextremistischen Umfeld der Gruppe gewesen sein, der unmittelbaren Kontakt zu der Zelle hatte.