Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für die deutsch-französische Freundschaft hat die Politikerin und Holocaust-Überlebende Simone Veil den Heinrich-Heine-Preis entgegengenommen. Von 1979 bis 1982 war sie die erste Präsidentin des Europäischen Parlaments.
Die französische Publizistin und Politikerin Simone Veil ist mit dem Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet worden. Die 83-jährige Ex-Präsidentin des Europäischen Parlaments nahm den renommierten Literaturpreis am Montag bei einem Festakt im Düsseldorfer Rathaus von Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) entgegen. Die Heine-Preis-Jury würdigte mit der Auszeichnung Veils "politisches und kulturelles Lebenswerk, in dessen Zentrum das Wachsen und der Zusammenhalt Europas stehen". Veil sei für die Menschenrechte und die Verständigung der Völker eingetreten.
Die in Nizza als Tochter des jüdischen Architekten geborene Veil war von 1979 bis 1982 Präsidentin des Europa-Parlamentes und setzte sich in dieser Funktion für die internationale Zusammenarbeit auch im nichteuropäischen Ausland ein. Für ihre Verdienste um den europäischen Einigungsprozess wurde erhielt Veil 1981 den internationalen Karlspreis der Stadt Aachen.
Der Heine-Preis der Stadt Düsseldorf wird seit 1972 in der Geburtsstadt des Dichters verliehen und ist mit 50.000 Euro dotiert. Er wird an Persönlichkeiten vergeben, die im Sinne Heines durch ihr geistiges Schaffen den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten. Zu den früheren Heine-Preisträgern zählen Carl Zuckmayer, Marion Gräfin Dönhoff, Max Frisch und Elfriede Jelinek.