Sie trägt den Beinamen "Hauptstadt der Revolution" und ist Ziel massiver Bombardierungen: Homs liegt in der Mitte Syriens und ist mit 1,6 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes.
Sie trägt den Beinamen "Hauptstadt der Revolution" und ist Ziel massiver Bombardierungen: Homs liegt in der Mitte Syriens und ist mit 1,6 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Während Damaskus die politische Hauptstadt und die zweitgrößte Stadt Aleppo im Norden das wirtschaftliche Zentrum des Landes ist, gilt Homs als Industriestandort.
Im Westen und Osten der Stadt liegen die Ölraffinerien und die Gasfelder, außerdem sind dort private Gewerbe angesiedelt. Der elfte Fünfjahresplan, der 2011 beginnen sollte, versprach Homs einen beträchtlichen Aufschwung. Die Stadt ist außerdem ein wichtiges Drehkreuz im Straßenverkehr, da dort die Waren vom Mittelmeer mit dem Ziel Irak umgeschlagen werden.
In Homs treten aber auch die konfessionellen Spannungen des Landes besonders zutage. Die Stadt ist unterteilt in sunnitische, alawitische, christliche und gemischte Viertel - dennoch lebte die Bevölkerung bis zum Ausbruch der Revolution in relativ friedlicher Gemeinschaft. Seit Beginn des Volksaufstands gegen Präsident Baschar al-Assad im vergangenen März aber war der Widerstand gegen die Regierung in Damaskus in Homs besonders stark. Oppositionelle werfen den Behörden vor, die religiösen Unterschiede gezielt dazu genutzt zu haben, um die Menschen aufzuhetzen.
Die Sunniten sehen sich als die rechtmäßigen Einwohner von Homs an und missbilligten die massenhafte Ankunft der Alawiten - einer schiitischen Glaubensrichtung - Ende der 60er Jahre. Die Alawiten kamen mehrheitlich aus ärmlicheren Regionen auf dem Land und wurden in Homs mit Verachtung und Neid betrachtet, weil sie in Verwaltung und Staatsunternehmen mehr Posten erhielten als die Sunniten.
Die Truppen Assads starteten einen massiven Militäreinsatz gegen Homs, bei dem seither nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 400 Zivilisten getötet wurden. Trotz der Verurteilung der internationalen Gemeinschaft feuert die syrische Armee ununterbrochen auf die Wohngebiete der Stadt.
Paradoxerweise war es die Militärakademie von Homs, von wo aus der Staatsstreich 1963 organisiert wurde - unter den Putschisten war auch der spätere Präsident und Vater des heutigen Staatschefs, Hafis al-Assad. Seit 1963 wird die syrische Politik von der alawitischen Baath-Partei dominiert.