20. Februar 2012, 15:08 Uhr

Hunderttausende Narren feiern Rosenmontag

Hunderttausende Narren haben in den rheinischen Karnevalshochburgen ausgelassen Rosenmontag gefeiert.

Hunderttausende Narren haben in den rheinischen Karnevalshochburgen ausgelassen Rosenmontag gefeiert. In Köln, Düsseldorf und Mainz zogen zum Höhepunkt des Straßenkarnevals die traditionellen Rosenmontagsumzüge durch die Innenstädte. Ein besonderes Augenmerk richtete sich auf die Motivwagen zum Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff, die in rekordverdächtigem Tempo über das Wochenende gebaut werden mussten.

In Köln säumten hunderttausende Menschen die Straßen, als der "Zoch" auf seiner sieben Kilometer langen Strecke durch die Stadt zog. Die Kölner feierten in diesem Jahr unter dem Motto "Jedem Jeck sing Pappnas", die Düsseldorfer unter dem Motto "Hütt dommer dröwer lache" (heute lachen wir drüber). Das Wetter meinte es gut mit den Narren: Nach Kältewelle und Schmuddelwetter zeigte sich bei recht milden Temperaturen auch die Sonne.

Viel Spott musste in diesem Jahr der zurückgetretene Bundespräsident Wulff ertragen. In Köln wurde er aus einem zu großen Anzug gezogen, dahinter war ein "Kaufhaus Vorteilsnahme" nachgebaut. In Düsseldorf stürzte der Ex-Präsident als gerupfter Bundesadler ab. In Mainz ging er als Boxer "k.o.". Weil Wulff erst am Freitag zurückgetreten war, mussten die Wagen zum Teil kurzfristig neu gebaut werden.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war in diesem Jahr wieder ein beliebtes Motiv bei den Rosenmontagsumzügen. In Düsseldorf lag auf ihrem Bauch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Anspielung auf die enge Zusammenarbeit der beiden Politiker in der europäischen Schuldenkrise. Außerdem musste Merkel auf dem Koalitions-Tandem eine zum Skelett zerfallene FDP mitziehen. In Köln waren die Liberalen nur noch ein kleines Hündchen, das die Kanzlerin an der Leine führt.

Die Wagenbauer widmeten sich zudem der Neonazi-Mordserie und den Sicherheitsbehörden, die jahrelang im Dunkeln getappt hatten. Weitere Themen waren das iranische Atomprogramm oder in Mainz der Streit um den Fluglärm in der Rhein-Main-Region rund um den Frankfurter Flughafen.

AFP
 
 
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