. .
News am 30.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
4. Juli 2011, 10:53 Uhr

EU-Kommission sagt 10-Millionen-Euro-Nothilfe zu

Knappe Nahrungsmittel, hungernde Menschen: Seit Jahren kommt es in Nordkorea immer wieder zu Hungersnöten. Diesmal ist es so schlimm, dass viele Menschen gezwungen sind, Gras zu essen. Die EU hilft mit 10 Millionen Euro.

Im Kampf gegen schwere Hungersnöte in Nordkorea stellt die EU für das kommunistischen Land Nothilfen im Wert von 10 Millionen Euro bereit. Das teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. Lebensmittellieferungen sollen mehr als eine halbe Million Menschen im Norden und Osten des Landes vor dem Hungertod bewahren. Vor allem Kinder unter fünf Jahren, die wegen ihrer schweren Unterernährung in Krankenhäusern liegen, sollen unterstützt werden, ebenso wie Schwangere und ältere Menschen. In ihrer Not essen viele Nordkoreaner mittlerweile Gras, berichtet die Kommission.

Die Hungerhilfe sei an strenge Bedingungen geknüpft. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen vor Hunger sterben. Daher sind wir entschlossen, die Lieferungen auf jeder Etappe zu beobachten", sagte die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) werde die Lieferungen der Hilfspakete organisieren und kontrollieren. Kommen die Pakete nicht dort an, wohin sie sollten, würden die Lieferungen gestoppt.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Monat eine Expertengruppe nach Nordkorea geschickt. Dort beobachtete die Brüsseler Delegation sich verschlechternde Zustände in Krankenhäusern, Kindergärten, auf Bauernhöfen und bei der Nahrungsmittelausgabe. "Unsere Experten haben schwer unterernährte Kinder in Krankenhäusern und Säuglingsheimen gesehen, wo es für sie keine Behandlung gab", sagte Georgieva.

Akt der Offenheit, Akt der Verzweiflung

Es habe aber eine "ungewöhnliche Bereitschaft" nordkoreanischer Behörden gegeben, den Zugang zur Bevölkerung zuzulassen, sagte Georgieva der Nachrichtenagentur dpa. Die Experten hätten ohne Vorgaben Menschen zu Hause besuchen dürfen. "Das empfanden wir als sehr symbolisch. Ob es ein Signal für eine wachsende Offenheit oder aber ein Akt der Verzweiflung ist? Um das zu beurteilen ist es noch zu früh." Es gebe "kleine Hinweise" auf ein wenig mehr Offenheit.

Laut EU sind in Nordkorea zwei Drittel der Bevölkerung auf staatliche Essensrationen angewiesen. Diese wurden in den vergangenen Monaten aber drastisch gekürzt. Statt 400 Gramm Getreide pro Tag und Person im April sanken sie im Juni auf 150 Gramm. Das entspreche etwa dem Nährwert einer kleinen Schüssel Reis.

"Offensichtlich wird aus dem chronischen Lebensmittelproblem in Nordkorea eine akute Krise in einigen Teilen des Landes", sagte Georgieva. Dieses Jahr sei mit Blick auf die Nahrungsmittelproduktion eines der schwersten seit langem. Ursache seien ein extrem kalter Winter und schwere Überschwemmungen. Die nächste Getreideernte steht erst wieder im Oktober an. Die Lieferungen sollen helfen, den Zeitraum bis dahin zu überbrücken.

Georgieva betonte, dass die Menschen in Nordkorea unter einer strukturbedingten Lebensmittelknappheit leiden. "Es ist empörend, dass Nordkorea Jahr für Jahr seine Bevölkerung verhungern lässt." Um dieses "chronische Problem" anzugehen, hat die EU-Kommission nach eigenen Angaben zwischen 2007 und 2010 insgesamt 35 Millionen Euro in Lebensmittel-Projekte investiert. Diese sollen fortgeführt werden.

AFP/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL