IG Metall macht vorTarifrunde Druck mit Warnstreiks

13. Mai 2013, 16:23 Uhr

Vor der möglicherweise entscheidenden Runde der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie haben erneut über hunderttausend Beschäftigte mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber gemacht.

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Vor der möglicherweise entscheidenden Runde der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie haben erneut über hunderttausend Beschäftigte mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber gemacht. Seit Ende der Friedenspflicht Ende April habe sich über eine halbe Million Arbeitnehmer an Warnstreiks beteiligt, teilte die IG Metall in Frankfurt am Main mit. Gestreikt wurde am Montag unter anderem in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Bis zum Nachmittag hätten rund 130.000 Beschäftigte aus über 460 Betrieben die Arbeit niedergelegt, teilte die IG Metall mit. Betroffen waren den Angaben zufolge unter anderem BMW, Audi, Daimler und Ford sowie Conti und Siemens, aber auch viele kleinere mittelständische Unternehmen. An den Warnstreiks in den vergangenen Wochen hätten sich damit insgesamt 530.000 Beschäftigte aus mehr als 2000 Betrieben beteiligt.

Am Dienstag wollen sich IG Metall und Arbeitgeber im Tarifbezirk Bayern zur vierten Runde der Tarifverhandlungen treffen. Metall-Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hatte bereits vergangene Woche gesagt, bei dem Treffen könne es sich um die entscheidende Verhandlungsrunde handeln. Die Arbeitgeberseite wolle ein nachgebessertes Angebot vorlegen und eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern erzielen.

In der Metallbranche wird üblicherweise ein sogenannter Pilotabschluss in einem Bezirk ausgehandelt, der dann von den anderen Bezirken übernommen wird. Häufig wurden in der Vergangenheit die Pilotabschlüsse in Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen ausgehandelt.

IG Metall und Arbeitgeber luden für Dienstagabend Medienvertreter in ein Münchner Hotel ein, in dem die Gespräche stattfinden. Die Tarifparteien erwarten demnach, dass die Gespräche bis zum Mittwoch dauern. Die Einladung weist auf eine lange Verhandlungsnacht und den Willen beider Seiten zu einem Tarifabschluss hin.

Die IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Lohn für die 3,7 Millionen Beschäftigten bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten bislang 2,3 Prozent bei einer Laufzeit von 13 Monaten. Arbeitgeberpräsident Dulger hatte zuletzt ein Angebot mit einer Drei vor dem Komma angedeutet.

AFP