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21. Oktober 2010, 16:54 Uhr

Kirchengemeinde im Wendland klagt gegen Gorleben-Erkundung

Die evangelische Kirchengemeinde Gartow im Wendland klagt mit Unterstützung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover gegen die weitere Erkundung des Salzstocks Gorleben als mögliches Endlager für hochradioaktiven Müll.

Die evangelische Kirchengemeinde Gartow im Wendland klagt mit Unterstützung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover gegen die weitere Erkundung des Salzstocks Gorleben als mögliches Endlager für hochradioaktiven Müll. Der geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamts, Arend de Vries, begründete am Donnerstag die am gleichen Tag eingereichte Klage vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg mit dem hohen Gefährdungspotenzial der Endlagerung. Die Kirchengemeinde besitzt ein Waldgrundstück genau über dem Salzstock und sieht ihre Rechte beeinträchtigt.

"Aufgrund ihres biblischen Auftrags ist die Kirche verpflichtet, sich mit allem Nachdruck für die Bewahrung und verantwortliche Bebauung der Schöpfung einzusetzen", sagte de Vries in Hannover. Er forderte neben einem transparenten Verfahren die gleichzeitige Erkundung mindestens eines zweiten Standortes mit anderem Gestein. Ebenso wie eine Klage von Umweltschützern richtet sich auch das Vorgehen der Kirche gegen den aus dem Jahr 1982 stammenden und vor wenigen Wochen für zehn Jahre verlängerten Rahmenbetriebsplan nach Bergrecht.

Für den Anwalt der Kirche, Nikolaus Piontek, ist die Anwendung des ungleich strengeren Atomrechts mit zwingender Öffentlichkeitsbeteiligung überfällig: "Die Bevölkerung ist aus der Diskussion systematisch herausgehalten worden". Für die Auswahl von Gorleben seien nicht Sicherheitskriterien ausschlaggebend gewesen, sondern politische, ökonomische und soziale Gründe. "Nach unserer Einschätzung wird bereits ein Endlager gebaut, das Ergebnis ist bereits präjudiziert und eine ergebnisoffene Erkundung nicht mehr möglich", sagte Piontek.

Anfang November wird der zwölfte Castortransport im Gorlebener Zwischenlager erwartet, gerechnet wird mit einer Rekordbeteiligung von Atomkraftgegnern bei den Demonstrationen.

AFP
 
 
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