Immer mehr Supermarktketten nehmen Lasagne aus Sortiment

14. Februar 2013, 17:43 Uhr

Immer mehr Supermärkte in Deutschland stoppen wegen des Pferdefleisch-Skandals den Verkauf von Tiefkühl-Lasagne.

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Immer mehr Supermärkte in Deutschland stoppen wegen des Pferdefleisch-Skandals den Verkauf von Tiefkühl-Lasagne. Nach Real erklärte der größte deutsche Lebensmitteleinzelhändler Edeka, in Stichproben von Lasagne der Eigenmarke "Gut & Günstig" seien "geringe Pferdefleisch-Anteile" gefunden worden. Die Behörden kündigten Untersuchungen dazu an, ob das Pferdefleisch für den Menschen gefährliche Medikamente enthält. Nichtdeklariertes Pferdefleisch ist offenbar auch in Sachsen und Berlin in den Handel gelangt.

Edeka teilte mit, es habe die Lasagne bereits am Dienstag vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Nun würden weitere Artikel geprüft. Bei anderen Produkten lägen bislang jedoch "keine Hinweise auf vergleichbare Probleme" vor.

Wie das Verbraucherschutzministerium in Dresden mitteilte, gebe es "erste Hinweise über punktuelle Lieferungen" von Lebensmitteln, in denen nicht gekennzeichnetes Pferdefleisch enthalten sein könnte. Der Berliner Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) erklärte, auch Berliner Supermärkte seien "sehr wahrscheinlich" mit Pferdefleisch-Lasagne beliefert worden.

Real hatte bereits am Mittwochabend mitgeteilt, dass in Proben von Tiefkühllasagne Bolognese ihrer Eigenmarke TiP Anteile von Pferdefleisch gefunden worden seien und das Produkt deswegen zurückgerufen. Konkurrent Rewe nahm Lasagne und Cannelloni der Marke Tulip aus dem Sortiment, weil der Hersteller nicht ausschließen konnte, dass die beiden Produkte Pferdefleisch enthalten könnten, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei handle es sich um die Produkte "Mou Lasagne Bolognese" und "Mou Cannelloni Bolognese".

Auch der Tiefkühllieferservice Eismann und die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann nahmen Fertiglasagne aus dem Sortiment. Beide Unternehmen bestätigten bislang jedoch nicht, dass die Produkte neben Rindfleisch auch Pferdefleisch enthielten. Eismann betonte, die Tiefkühllasagne "vorsorglich" aus dem Sortiment genommen zu haben. Ähnlich sprach Kaiser's Tengelmann von einem "Verdacht" auf Pferdefleisch, weswegen das Unternehmen Lasagne seiner Eigenmarke A&P aus dem Sortiment nahm. Die Ergebnisse von entsprechenden Tests stünden nach wie vor aus, wie eine Sprecherin sagte.

Nach Nordrhein-Westfalen teilte auch das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg mit, dass dort möglicherweise Lasagne mit Pferdefleisch in den Handel gelangt sei. Lieferungen französischer Firmen, die in den Skandal um das falsch deklarierte Fleisch verwickelt sind, seien über Nordrhein-Westfalen nach Baden-Württemberg gelangt. "Die verdächtige Ware wurde aus dem Verkehr gezogen" und werde nun untersucht, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Bislang handle es sich nur um Eismann-Lasagne.

Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium kündigte Tests an, ob in Fertiglasagne enthaltenes Pferdefleisch Spuren des vermutlich für den Menschen gefährlichen Anti-Schmerzmittels Phenylbutazon enthält. Unter Umständen stünden aber nicht mehr ausreichend Proben mit falsch etikettierter Fertiglasagne zur Verfügung, sagte ein Sprecher. Supermarktketten hätten die Produkte in den vergangenen Tagen zurückgerufen, ohne die Behörden zu informieren.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, alle 27 Mitgliedsstaaten müssten an europaweiten Kontrollen von Fleischfertigprodukten mitwirken. Am Freitag wolle die EU-Kommission in Brüssel die Eckpunkte eines entsprechenden Aktionsplans vorstellen. Kontrolliert werden sollen demnach verarbeitete Lebensmittel, aber auch Pferdefleisch direkt.

AFP