3. April 2012, 17:33 Uhr

Ingenieure wetteifern um fliegendes Auto

Ingenieure in den USA und den Niederlanden liefern sich ein Wettrennen um die Konstruktion eines fliegenden Autos.

Ingenieure in den USA und den Niederlanden liefern sich ein Wettrennen um die Konstruktion eines fliegenden Autos. Beide "Auto-Flugzeug"-Schmieden - das Unternehmen Terrafugia und die niederländische Firma PAL-V - gaben nacheinander erfolgreiche Testflüge bekannt. Sie hoffen auf eine baldige Marktreife ihrer Maschinen.

Terrafugia im US-Bundesstaat Massachusetts teilte als erstes mit, ihr "Autoflieger" namens "Transition" habe erfolgreich einen achtminütigen Testflug absolviert. Die Firma will das straßentaugliche Kleinflugzeug mit einklappbaren Tragflächen nächstes Jahr auf den Markt bringen.

"Mit dem Testflug haben unsere Teams gezeigt, dass sie in der Lage sind, einen bislang als unerreichbar geglaubten Traum zu verwirklichen", sagte Terrafugia-Gründer Carl Dietrich. Nach seinen Angaben passt der fliegende Zweisitzer mit eingeklappten Tragflächen in jede normale Garage, seine Tankfüllung von 87 Litern reicht für 787 Kilometer. Allerdings taugt er nicht dazu, einem Stau zu entgehen, da er eine fast 800 Meter lange Startbahn benötigt.

Um mit dem fliegenden Auto unterwegs sein zu können, muss der Fahrer neben dem Führerschein auch über eine Fluglizenz verfügen und mindestens 20 Stunden Flugerfahrung mitbringen. Terrafugia liegen nach eigenen Angaben bereits rund hundert Bestellungen vor. Ein Modell soll demnach rund 280.000 Dollar (210.000 Euro) kosten. Das Unternehmen hofft vor allem auf Hobby-Flieger als Kunden, die sich etwas größere Flexibilität sowie niedrigere Kosten für die Unterbringung ihrer Maschine wünschen.

Die niederländische Firma PAL-V aus Raamsdonksveer bei Nijmegen zog am Dienstag mit der Mitteilung nach, ihr gleichnamiger Zweisitzer habe seinen "erfolgreichen Jungfernflug" im vergangenen Monat auf einem Luftwaffenstützpunkt absolviert. Entfernungen von bis zu 500 Kilometer könne ihr Flugfahrgerät überwinden, sagte Firmenchef Robert Dingemanse. Ziel sei ein Verkausstart 2014 bei einem Preis zwischen 250.000 und 300.000 Euro. "In der Zukunft wird es ohne umzusteigen möglich sein, von zu Hause zu einem Flughafen zu fahren, abzuheben, zu landen und zum Ziel zu fahren", sagte Dingemanse.

In der Vergangenheit hatten Unternehmen immer wieder versucht, den Traum vom fliegenden Auto zu verwirklichen, kamen aber nur selten über einen Prototypen hinaus. Dank neuer Materialien und Technologien sind heutige Modelle jedoch leichter und erschwinglicher. Der Vize-Vorsitzende des internationalen Verbands der fliegenden Automobile, Winfried Keller, rechnet damit, dass in spätestens 15 Jahren "Leute wie Du und ich" ein derartiges Gefährt in ihrer Garage stehen haben werden.

Neben Terrafugia und PAL-V nimmt mit dem kalifornischen Unternehmen Moller International noch mindestens eine weitere Firma am Rennen um das fliegende Automobil teil. Moller arbeitet an einem senkrecht startenden und landenden Kleinflugzeug.

AFP
 
 
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