25. August 2010, 09:40 Uhr

Anschlagsserie fordert zahlreiche Menschenleben

Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen im Irak sind am Mittwoch mehr als 40 Menschen getötet und rund 250 verletzt worden. Das schwerste Attentat ereignete sich in der südirakischen Stadt Kut, wo sich ein Selbstmordattentäter vor einer Polizeiwache in die Luft sprengte.

Knapp eine Woche nach dem Abzug der letzten US-Kampfbrigade aus dem Irak haben Aufständische eine Anschlagsserie verübt und mehr als 40 Menschen getötet. Bei den offenbar koordinierten Anschlägen in insgesamt zehn Städten wurden nach Angaben von Polizei und Rettungskräften am Mittwoch mindestens 48 Menschen getötet, darunter vor allem Polizisten. Rund 250 Menschen wurden verletzt.

Die beiden schwersten Anschläge ereigneten sich demnach in Bagdad und in Kut, etwa 160 Kilometer südöstlich der Hauptstadt. Der blutigste Anschlag traf Kut, wo laut Polizei durch die Explosion einer Autobombe 15 Polizisten und fünf Zivilisten getötet sowie 90 weitere Menschen verletzt wurden. Der Anschlag ereignete sich in der Nähe einer Behörde, die Pässe und Personalausweise ausstellt.

In Bagdad explodierte am Morgen eine Autobombe in der Nähe einer Polizeiwache. Dabei wurden mindestens 15 Menschen getötet und fast 60 weitere verletzt, wie das Innenministerium mitteilte. Bei den Opfern handelte es sich um Polizisten und Zivilisten. Mehrere Gebäude im nördlichen Stadtteil El Kahira seien durch den Anschlag schwer beschädigt worden.

Unter den Opfern waren laut Augenzeugen auch Kinder. "Um acht Uhr morgens hat mein Haus gebebt, und Fensterscheiben sind zersprungen", sagte Um Ahmed, eine Bewohnerin des Bezirks El Kahira, der Nachrichtenagentur AFP. "Zum Glück ist im Haus niemand verletzt worden, aber drei Kinder eines Nachbarn sind tot."

Weitere Autobomben explodierten unter anderem in Mossul und in der erdölreichen Stadt Kirkuk, mehrere hundert Kilometer nördlich von Bagdad, in Basra im Süden des Landes und in einem Vorort der den Schiiten heiligen Stadt Kerbela. Auch in der Stadt Dudschail nahe Bagdad und in Mukdadija in der zentralirakischen Unruheprovinz Dijala wurden durch die Explosion von Autobomben mehrere Menschen getötet. Insgesamt explodierten in wenigen Stunden landesweit 14 Autobomben in zehn Städten.

Wie so oft galten die Anschläge vor allem Polizisten und Behörden des Landes. Seit 2003 wurden durch die Gewalt fast 10.000 Polizisten und Militärs getötet. Die Provinz um Bagdad gehört zu den gefährlichsten Gebieten des Landes. Die USA hatten am vergangenen Donnerstag sieben Jahre nach ihrem Einmarsch ihre letzte Kampfbrigade aus dem Irak abgezogen. Die Bevölkerung befürchtet nun einen weiteren Anstieg der Gewalt.

Derzeit sind noch rund 56.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Bis zum 1. September sollen nach Armeeangaben noch 6000 Soldaten von Kampfeinheiten das Land verlassen, die im Irak verstreut im Einsatz sind. Der irakische Generalstabschef Babaker Sebari hatte vergangene Woche seinerseits den vollständigen Abzug der US-Truppen kritisiert und gewarnt, sein Land werde erst 2020 in der Lage sein, allein für seine Sicherheit zu sorgen.

AFP/Reuters
 
 
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