Der Iran hat nach eigenen Angaben mit der Serienfertigung einer neuen Rakete begonnen.
Der Iran hat nach eigenen Angaben mit der Serienfertigung einer neuen Rakete begonnen. Wie das Staatsfernsehen auf seiner Internetseite berichtete, handelt es sich bei der Kurzstreckenrakete vom Typ "Safar" um einen Marschflugkörper, der "mit großer Präzision kleine und mittelgroße Ziele" auf dem Wasser zerstören kann. Er kann demnach von Schnellbooten aus abgeschossen werden und fliegt so niedrig, dass er nur schwer vom Radar erfasst werden kann.
Der Iran verfügt nach eigenen Angaben über ein großes Arsenal an Lang-, Mittel- und Kurzstreckenraketen. Einige von ihnen können angeblich auch Ziele in Israel oder US-Militärstützpunkte im Nahen Osten erreichen. Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen waren zuletzt deutlich gestiegen, weil Teheran damit gedroht hatte, im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die strategisch wichtige Meerenge von Hormus zu sperren.
Wegen des EU-Ölembargos verlangte der Iran von den anderen Ländern der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) Solidarität. Die anderen OPEC-Staaten dürften ihre Lieferungen an die EU nicht steigern, wenn das beschlossene Embargo in Kraft trete, forderte der iranische Ölminister Rostam Ghassemi in Teheran. Vielmehr müssten sie die iranischen "Interessen respektieren". Bislang ging ein Fünftel der iranischen Ölexporte in die EU. Allerdings beschloss die EU im Januar, bis zum Sommer schrittweise einen Importstopp umzusetzen.
Er habe den Irak als amtierenden OPEC-Vorsitzenden gebeten, auf die "Regeln der Zusammenarbeit" in dem Öl-Kartell hinzuweisen, sagte Ghassemi. Eine entsprechende Aufforderung sei auch an Saudi-Arabien gegangen, das sich zu einer Steigerung der Ölexporte bereit erklärt hatte. Im Januar hatte der iranische Vertreter bei der OPEC, Mohammed Ali Chatibi, gesagt, wenn die Nachbarstaaten ihre Ölexporte in die EU steigerten, müssten sie die "Verantwortung für die Zwischenfälle" übernehmen, die sich daraus ergeben könnten. Über die Art möglicher Zwischenfälle äußerte sich Chatibi nicht.
Derzeit werden vom Iran täglich mehr als 400.000 Barrel Öl pro Tag nach Europa geliefert, vor allem in die südeuropäischen Staaten. Gut zwei Drittel des iranischen Öls fließt nach China und Indien, die sich an dem Öl-Embargo nicht beteiligen. Das Embargo wurde von der EU beschlossen, um den Druck auf Teheran zum Verzicht auf eine Ausweitung seines Atomprogramms und die mögliche Produktion von Atombomben zu erhöhen. Teheran hatte für den Fall eines Ölimportstopps der EU wiederholt einen drastischen Anstieg der Rohölpreise auf den Weltmärkten vorausgesagt. Bislang trat dieser nicht ein.