Urananreicherung im Ausland
Iran bereit zu Verhandlungen
Der Iran hat sich bereit erklärt, unverzüglich Verhandlungen über eine Urananreicherung im Ausland zu beginnen.
Der Iran hat sich bereit erklärt, unverzüglich Verhandlungen über eine Urananreicherung im Ausland zu beginnen. Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki sagte am Sonntag in Istanbul, seine Regierung werde am Montag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ihre Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Wiener Gruppe aus den USA, Russland und Frankreich überreichen. "Und dann können wir sofort mit den Verhandlungen über die Einzelheiten eines Tauschs von nuklearen Brennstoffen beginnen", fügte Mottaki hinzu.
Am Sonntag hatten sich die Außenminister Brasiliens, der Türkei und des Iran in Istanbul getroffen, um über ein Abkommen zur Urananreicherung im Ausland zu diskutieren. Auf Vermittlung Brasiliens und der Türkei hatte Teheran Mitte Mai eingewilligt, im Austausch gegen Brennstäbe für seinen medizinischen Forschungsreaktor 1200 Kilogramm schwach angereichertes Uran in der Türkei zu lagern und später höher angereichertes Uran aus Russland und Frankreich zu beziehen. Gleichzeitig aber kündigte Teheran an, auch weiterhin Uran im eigenen Land anreichern zu wollen. Daraufhin verhängte der UN-Sicherheitsrat zum vierten Mal Sanktionen gegen den Iran.
Mottaki sagte, er würde eine Teilnahme Brasiliens und der Türkei an den Verhandlungen begrüßen. Dies sei jedoch keine Bedingung für Gespräche mit der Wiener Gruppe. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu hatte zuvor gesagt, sein Land und Brasilien seien bereit zu einer Teilnahme, sollten sie von allen Gesprächspartnern eingeladen werden.
Der iranische Außenminister äußerte sich einen Tag vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel, bei dem verschärfte Sanktionen gegen den Iran beschlossen werden sollen. Die neue Sanktionsliste sieht unter anderem Handelsbeschränkungen für militärisch nutzbare Güter vor.