Der Iran hat widersprüchliche Angaben über einen Stopp seiner Ölexporte in die EU gemacht.
Der Iran hat widersprüchliche Angaben über einen Stopp seiner Ölexporte in die EU gemacht. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, verschiedenen EU-Botschaftern in Teheran sei die Einstellung der Lieferungen mitgeteilt worden - im Sender Al-Alam wurde dies später dementiert. Unterdessen kündigte der Iran an, die internationalen Gespräche über sein umstrittenes Atomprogramm wieder aufnehmen zu wollen.
Dem Staatsfernsehen zufolge wurden die Botschafter von Italien, Griechenland, Frankreich, Portugal und den Niederlanden in Teheran einberufen. In getrennten Gesprächen sei ihnen der geplante Stopp der Lieferungen mitgeteilt worden. Der Sender Press-TV berichtete sogar, der Iran habe seine Lieferungen bereits eingestellt. Ein Diplomat aus einem der sechs Länder sagte der Nachrichtenagentur AFP dagegen, die Ölexporte seien nicht angesprochen worden.
In einem weiteren Medienbericht hieß es später, der Iran wolle seine Ölexporte in die EU "vorerst" nicht einstellen. Der arabischsprachige Fernsehsender Al-Alam berichtete, der Leiter der Westeuropa-Abteilung im iranischen Außenministerium, Hassan Tadschik, habe sich mit den Botschaftern getroffen und ihnen mitgeteilt, "dass der Iran seine Ölverkäufe an Europa unterbrechen könnte und andere Käufer gefunden hat". Er habe aber versichert, dass der Iran die Exporte "vorerst" nicht stoppen werde - "aus humanitären Gründen und wegen der Kälte".
Dem Rundfunksender IRIB sagte Tadschik, der Iran wolle eine "klare Botschaft" an die Kunden in Europa senden. Die Botschaft sei, dass der Iran "unverzüglich" seine Kunden wechseln können. "Wenn dies noch nicht geschehen ist, ist es aufgrund der humanitären Politik des Iran und der aktuellen Situation in Europa."
Die EU-Kommission erklärte, eine Senkung der Öl-Verkäufe hätten keine großen Auswirkungen, da die Käufer in der EU bereits die Anbieter wechselten. "Öl ist etwas, das man auf den internationalen Märkten bekommen kann", erklärte eine Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Saudi-Arabien habe bereits eine Steigerung der Produktion angekündigt.
Die EU hatte im Januar ein Ölembargo gegen den Iran beschlossen, das bis zum 1. Juli schrittweise in Kraft tritt. Damit soll der Druck auf Teheran erhöht werden, sein umstrittenes Atomprogramm aufzugeben. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Der Iran weist dies zurück.
Der Iran will die sogenannten Sechsergespräche mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland wieder aufnehmen. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton bestätigte den Eingang eines Schreibens des iranischen Chefunterhändlers Said Dschalili zur Wiederaufnahme der Gespräche. Der genaue Inhalt des Briefes werde derzeit geprüft, hieß es.