Die Massenproteste in Ägypten bestimmen auch den zweiten Tag der Israel-Reise von Kanzlerin Angela Merkel. Am Vormittag erörterte sie die Lage in dem Nachbarland Israels mit Oppositionsführerin Zipi Livni.
Am zweiten Tag ihres Besuchs in Israel ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag mit Oppositionsführerin Zipi Livni zusammengetroffen. Die Politikerinnen wollten dabei die Lage in Ägypten erörtern, wo am Dienstag neue Massendemonstrationen gegen den Präsidenten Husni Mubarak angekündigt waren. Livni und Merkel kennen sich schon länger: Die israelische Politikerin war Außenministerin, als Deutschland und Israel 2008 ihre ersten Regierungskonsultationen abhielten. Die kritische Lage in dem Nachbarland dürfte auch Merkels anschließendes Gespräch mit Israels Präsident Schimon Peres beherrschen.
Das deutsche und das israelische Kabinett hatten am Montag im Rahmen ihrer dritten Regierungskonsultationen zahlreiche Vereinbarungen zur Zusammenarbeit geschlossen. Das Treffen war jedoch von den aktuellen Ereignissen in der Region überlagert worden. In Israel ist die Sorge groß, dass im Zuge der heftigen Proteste unzufriedener Bürger islamistische Gruppen die Oberhand gewinnen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte in einer Pressekonferenz mit Merkel mit Blick auf den Iran vor einer "organisierten islamistischen Bewegung" gewarnt, die sich die Proteste in Ägypten zunutze machen könnte. Merkel forderte angesichts der explosiven Lage Mubarak zu einem intensiveren Dialog mit den Demonstranten auf.
Im Anschluss an ihre Gespräche mit Peres und Livni wird Merkel am Dienstag mit Überlebenden des Holocausts und Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) zusammentreffen. Zudem soll sie die Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv erhalten und an einer Konferenz zur Sicherheitspolitik in der Region teilnehmen.