Israel und Palästinenser einigen sich auf Feuerpause

21. November 2012, 19:53 Uhr

Israel und die radikalislamische Hamas haben ein Abkommen über eine Feuerpause geschlossen.

Israel und die radikalislamische Hamas haben ein Abkommen über eine Feuerpause geschlossen. Diese solle am Abend um 20.00 Uhr MEZ in Kraft treten, sagte der ägyptische Außenminister Mohammed Amr bei einer Pressekonferenz mit US-Außenministerin Hillary Clinton in Kairo. Nach israelischen Angaben willigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein, dem ägyptischen Vorschlag der Waffenruhe "eine Chance zu geben".

Israel hatte vor einer Woche eine Militäroffensive gegen Ziele im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen begonnen, um damit den Raketenbeschuss von palästinensischer Seite zu stoppen. Alle Bemühungen um eine Waffenruhe hatten sich bislang zerschlagen, so zuletzt am Dienstag.

Unter der Vermittlung Ägyptens wurde in Kairo weiter über eine Übereinkunft verhandelt. Clinton traf zu Gesprächen mit Präsident Mohammed Mursi ein, nachdem sie am Vormittag in Ramallah mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gesprochen hatte. Dieser bezeichnete Ägypten als den "Schlüssel" für eine Lösung, wie von palästinensischer Seite bekannt wurde.

Überschattet wurden die Bemühungen um eine Feuerpause von einem Anschlag auf einen Bus im Zentrum der israelischen Metropole Tel Aviv, bei dem mindestens 17 Menschen verletzt wurden. Nach Angaben von Netanjahus Sprecher Ofir Gendelman explodierte eine Bombe in dem Bus unweit des Verteidigungsministeriums. Es war der erste Anschlag auf den öffentlichen Nahverkehr Israels seit März 2011.

Clinton erklärte in Kairo, Washington begrüße die Waffenruhe. "In den kommenden Tagen werden die USA mit ihren Partnern in der Region weiter daran arbeiten, die Fortschritte zu festigen". Zuvor hatte sich US-Präsident Barack Obama erneut in die diplomatischen Bemühungen eingeschaltet. Nach Angaben des Weißen Hauses bekräftigte er in einem Telefonat mit Netanjahu Israels Recht auf Selbstverteidigung.

Später dankte Obama dem israelischen Ministerpräsidenten, dass er den ägyptischen Vermittlungsvorschlag angenommen habe. Zudem dankte er dem ägyptischen Präsidenten Mursi für sein Engagement. Nach Angaben des israelischen Rundfunks soll die Feuerpause zu einem Abkommen über einen dauerhaften Waffenstillstand führen. Für die Überwachung des Abkommens soll demnach Ägypten zuständig sein.

Kurz vor Verkündung der Feuerpause wurden bei neuerlichen israelischen Luftangriffen auf Ziele im Süden und im Zentrum des Gazastreifens sechs Palästinenser getötet, wie palästinensische Sanitäter berichteten. Damit starben allein am Mittwoch 17 Palästinenser. Seit Beginn der israelischen Offensive am 14. November wurden mehr als 150 Palästinenser und fünf Israelis getötet, etwa tausend Menschen wurden verletzt.

ans/jes/ki

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