IWF: Griechenlands Finanzierung bis Mitte 2014 gesichert

11. Juli 2013, 18:53 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Staatsfinanzierung des hochverschuldeten Griechenland bis zum Sommer kommenden Jahres gesichert.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Staatsfinanzierung des hochverschuldeten Griechenland bis zum Sommer kommenden Jahres gesichert. "Bis Ende Juli 2014 gibt es keine Finanzierungslücke", sagte IWF-Sprecher Gerry Rice in Washington. Der Währungsfonds und die Eurogruppe hatten der Regierung in Athen am Montag frisches Geld in Höhe von 6,8 Milliarden Euro bis zum Herbst in Aussicht gestellt.

Griechenland hängt seit Mai 2010 am Tropf des IWF und der europäischen Partner. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft im kommenden Jahr aus. Dass sich Athen dann wieder auf den Kapitalmärkten Geld beschaffen kann, gilt aber als zweifelhaft. IWF-Sprecher Rice rief die Europäer auf, ihr Versprechen einzuhalten und dem griechischen Staat auch über Mitte 2014 hinaus finanziell unter die Arme zu greifen.

Im Gegenzug für die Hilfen muss Athen harte Spar- und Reformauflagen erfüllen. Die sogenannte Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank hatte der griechischen Regierung in ihrem jüngsten Bericht am Montag zwar "bedeutende Fortschritte" bescheinigt, aber auch "Verzögerungen bei der Umsetzung" etwa von Stellenstreichungen im Staatsdienst kritisiert. Im kommenden Jahr könnte die gebeutelte griechische Wirtschaft nach Einschätzung der Troika wieder wachsen.

Als Anerkennung für seine Reformanstrengungen wird Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras in vier Wochen von US-Präsident Barack Obama empfangen. Bei dem Besuch in Washington am 8. August werde es auch um die Verteidigungszusammenarbeit in der NATO und um die unsichere Lage in Nordafrika gehen, teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Der letzte Besuch eines griechischen Ministerpräsidenten in Washington liegt drei Jahre zurück.

Gegenüber Samaras werde Obama seine Unterstützung für die Wirtschaftsreformen in Griechenland sowie auch seine Bemühungen um die Rückkehr zu einer Wachstumspolitik zusagen, hieß es im Weißen Haus. Schon bei seinem Berlin-Besuch vergangenen Monat hatte Obama neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine "Modulierung" der Sparpolitik gefordert, um die Arbeitslosigkeit in den Krisenländern zu bekämpfen.

Samaras steht im eigenen Land und in der Eurozone weiter unter großem Druck. Nur mit Mühe konnte er seine Regierung retten, nachdem wegen der abrupten Schließung des Staatssenders ERT ein Koalitionspartner abgesprungen war. Außerdem verlangen die Europartner im Gegenzug für weitere Notkredite unter anderem die Streichung tausender Stellen im Öffentlichen Dienst noch in diesem Jahr.

AFP