Angesichts des umstrittenen nordkoreanischen Raketenstarts ist Japan in Alarmbereitschaft.
Angesichts des umstrittenen nordkoreanischen Raketenstarts ist Japan in Alarmbereitschaft. "Wir sind auf jede Eventualität vorbereitet", sagte Regierungschef Yoshihiko Noda. Ein erstes Zeitfenster für den Start der Rakete, den Nordkorea trotz internationaler Warnungen bis Montag vornehmen will, verstrich ungenutzt.
Die japanischen Behörden riefen die Bewohner der Insel Ishigaki auf, in den Minuten nach dem Start ihre Häuser nicht zu verlassen und sich möglicherweise herunterfallendem Schrott nicht zu nähern. Für den Fall, dass die Rakete in Richtung japanisches Staatsgebiet abstürzt, hat Japan sein Raketenabwehrsystem in Stellung gebracht. Die philippinische Regierung wies Fluggesellschaften an, ihre von dem Raketenstart eventuell betroffenen Routen zu ändern.
Nordkorea hat bereits alle Vorkehrungen für den Raketenstart auf seiner neuen Abschussbasis Tongchang-ri im Nordosten des Landes getroffen. Das Geschoss vom Typ Unha-3 soll bis Montag den Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 (zu Deutsch: Glänzender Stern) ins All bringen. Für den Start ist jeweils das Zeitfenster zwischen 07.00 und 12.00 Uhr Ortszeit (00.00 und 05.00 Uhr MESZ) vorgesehen.
Das erste Zeitfenster verstrich unterdessen. Es gab keine Anzeichen dafür, dass die angeblich mit einem Satelliten bestückte Rakete ins All geschickt wurde, wie ein AFP-Reporter aus Pjöngjang berichtete.
"Ich bin froh, dass er (der Raketentest) bisher noch nicht stattgefunden hat", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Rande des G-8-Treffens in Washington. Ein Start wäre eine "Verletzung einschlägiger Resolutionen" der Vereinten Nationen und erfordere "eine eindeutige Antwort" der UNO. Die USA und mehrere ihrer Verbündeten vermuten hinter dem Raketenstart einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm.
Wie derweil bekannt wurde, forderte der im Dezember verstorbene Machthaber Kim Jong Il sein Land in seinem Testament auf, weiter an der Entwicklung von Atomwaffen und Raketen zu arbeiten. Dies sei der "einzige Weg, um den Frieden auf der nordkoreanischen Halbinsel zu wahren", schrieb Kim, wie der mit guten Kontakten in seine Heimat ausgestattete Überläufer Lee Yun Keol der Nachrichtenagentur AFP sagte. Er bestätigte einen Bericht der japanischen Wochenzeitschrift "Shukan Bunshun".
Der neue Machthaber Kim Jong Un festigte weiter seine Stellung. Er wurde zum Vorsitzenden des Zentralen Militärausschusses der regierenden Arbeiterpartei gewählt, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete. Der Militärausschuss kontrolliert die 1,1 Millionen Soldaten zählende Armee Nordkoreas. Zuvor war Kim Jong Un bereits zum "Ersten Sekretär" der Partei ernannt worden.