Das Erdbeben und der Tsunami vom vergangenen Monat haben die japanische Wirtschaft stark in Mitleidenschaft gezogen. Die japanische Notenbank hat ihren Ausblick aufgrund dessen gesenkt.
Wie das Wirtschaftsministerium in Tokio am Donnerstag mitteilte, verzeichnete die Industrieproduktion im März einen Einbruch um 15,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das sei der schwerste Rückgang seit Einführung des Indikators im Jahr 1953. Besonders empfindlich sei die Automobilindustrie getroffen worden.
Die japanische Notenbank hat ihren kurzfristigen Konjunkturausblick angesichts der schweren Natur- und Atomkatastrophe deutlich gesenkt. Mittelfristig zeigt sich die Bank of Japan wegen der konjunkturstützenden Aufräumarbeiten jedoch zuversichtlicher. Das geht aus dem halbjährlichen Konjunkturbericht der Notenbank vom Donnerstag hervor.
Für das laufende Steuerjahr 2011 senkte die Notenbank ihre Konjunkturprognose von zuletzt 1,6 Prozent auf 0,6 Prozent. Für 2012 wurde die Prognose indes von 2,0 Prozent auf 2,9 Prozent erhöht. Als Begründung wurden die immensen Anstrengungen zum Wiederaufbau der japanischen Wirtschaft genannt, die der Konjunktur einen Schub verleihen dürften.
Die japanische Industrieproduktion ist im März in Folge der Naturkatastrophen so stark eingebrochen wie nie zuvor. Wie die Regierung mitteilte, betrug der saisonbereinigte Rückgang im Vergleich zum Vormonat 15,3 Prozent. Dies ist das höchste Minus seitdem die Daten aufgezeichnet werden. Experten hatten mit einem Minus von rund 11,4 Prozent gerechnet. Im April und Mai soll die Produktion wieder zulegen.
Nach Angaben der Agentur Kyodo musste allein die Autoindustrie einen Produktionsrückgang um gut 57 Prozent hinnehmen. Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März zerstörten viele Produktionsstätten und unterbrachen Zulieferketten. Die Arbeitslosenquote blieb im März unverändert bei 4,6 Prozent.