24. Mai 2011, 10:14 Uhr

Schwarz-Gelb will härteres Vorgehen

Union und FDP wollen härter gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vorgehen und bereitet ein neues Gesetzespaket vor.

Union und FDP wollen härter gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vorgehen. Experten der Koalitionspartner wollten an diesem Dienstag in Berlin Eckpunkte für ein entsprechendes Gesetzespaket vorbereiten, berichtete die Zeitung "Die Welt". Ein Entwurf sieht demnach erstmals eine Erlaubnispflicht für Bordelle vor. Bisher können sie, anders als beispielsweise Gaststätten, ohne Genehmigung betrieben werden. Sogenannte Flatrate-Bordelle sollen demnach möglichst ganz verboten werden. Außerdem wollen die Koalitionsfraktionen prüfen lassen, ob die bisherigen Strafrechtsvorschriften ausreichen und ob eigene Regelungen nötig sind, um Jugendliche und Heranwachsende besonders zu schützen.

Einige Punkte des Vorhabens sind laut "Welt" allerdings noch offen. Demnach wollen Fachpolitiker der FDP vor allem die Regelungen von Opferschutz und Bleiberecht verbessern. So sollen Opfer von Menschenhändlern, die sich bereit erklären, bei der Polizei auszusagen, eine Arbeitserlaubnis bekommen - unter Umständen auch ein unbefristetes Aufenthaltsrecht. Aus Union und Familienministerium gab es dazu allerdings bislang eher zurückhaltende Äußerungen.

Offiziellen Statistiken zufolge werden laut dem "Welt"-Bericht in Deutschland jedes Jahr etwa 700 Frauen ohne Ausweis und Geld aus Afrika oder Osteuropa mit falschen Versprechungen nach Deutschland gebracht und dort in Bordellen ausgebeutet und oft auch misshandelt. Die tatsächlichen Zahlen lägen jedoch vermutlich um ein Vielfaches höher, hieß es. Die Vereinten Nationen gehen laut "Welt" von jährlich etwa 40.000 Opfern in Europa aus, wobei Deutschland für die Menschenhändler eines der wichtigsten und lukrativsten Länder sei. Der Menschenhandel ist demnach nach dem Drogengeschäft die wichtigste Einnahmequelle der Organisierten Kriminalität.

AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Flatrate-Bordelle "Pussy-Club"-Betreiber vor Gericht

Sex nach Belieben zum Festpreis. Mehrere Betreiber von Flatrate-Bordellen stehen seit heute vor dem Stuttgarter Landgericht. Der Vorwurf: Menschenhandel und Sozialversicherungsbetrug - der in die Millionen gehen soll.

Menschenhandel Aus Nigeria auf den Straßenstrich

Menschenhandel, Zwangsprostitution. Diese Begriffe werden gemeinhin mit Frauen aus Osteuropa und Asien in Verbindung gebracht. Aber auch aus Afrika kommen vermehrt junge Mädchen auf diesen unmenschlichen Markt.