Thailändische und kambodschanische Soldaten haben sich am Montag erneut Grenzgefechte geliefert. Beide Seiten beanspruchen den Hindutempel Preah Vihear für sich.
Im Streit um einen Tempel an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha haben sich Soldaten beider Länder am Montag erneut Gefechte geliefert. "Die Schüsse haben heute morgen zum vierten Mal begonnen", sagte der kambodschanische Ministerpräsident Hun Sen am Montag in Phnom Penh. Nach Angaben eines kambodschanischen Armeeoffiziers begannen die Gefechte um kurz nach acht Uhr morgens (Ortszeit, 02.00 Uhr MEZ). Aus der thailändischen Armee verlautete, es habe aufgrund eines "Missverständnisses" einen kurzen Schusswechsel von zwei Minuten gegeben.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich am Sonntag besorgt über den Konflikt zwischen den asiatischen Nachbarländern. Er forderte beide Seiten auf, sich auf ein Ende der Kämpfe zu einigen und ein Höchstmaß an Zurückhaltung zu zeigen, wie ein Sprecher in New York sagte.
Bei den seit Freitag dauernden Gefechten kamen bislang mindestens fünf Menschen ums Leben. Der Streit dreht sich um den Tempel Preah Vihear, den beide Länder für sich beanspruchen. Am Samstag einigten sich Kambodscha und Thailand auf eine Waffenruhe, jedoch wurden die Gefechte bereits am Sonntag fortgesetzt. Sen forderte am Sonntag den UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung auf, um die "Aggression" Thailands zu stoppen. Der Sprecher der thailändischen Regierung, Panitan Wattanayagorn sagte dagegen, die kambodschanische Seite habe angegriffen, Thailand verteidige lediglich seine Souveränität.
Der Tempel Preah Vihear wurde nach kambodschanischen Regierungsangaben bei den Kämpfen beschädigt. Ein Seitenflügel sei infolge thailändischen Artilleriefeuers "eingestürzt". Der Tempel sorgt seit Jahrzehnten für Spannungen zwischen Phnom Penh und Bangkok. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag entschied 1962, dass die Ruinen von Preah Vihear zu Kambodscha gehören. Der Haupteingang des Tempels liegt aber auf thailändischem Gebiet.