Die Partei von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hat beim letzten Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl in gut einem Jahr schlecht abgeschnitten.
Die Partei von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hat beim letzten Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl in gut einem Jahr schlecht abgeschnitten. Bei der zweiten Runde der französischen Kantonalwahlen erreichten die oppositionellen Sozialisten laut einer Prognose des Innenministeriums in Paris am Sonntag 36,2 Prozent, Sarkozys konservative UMP hingegen nur 18,6 Prozent der Stimmen. Die rechtsextreme Partei Front National, die nur in 400 der insgesamt 1566 Kantone mit Stichwahlen antrat, errang den vorläufigen Angaben zufolge 11,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Umfrageinstitute Ipsos und OpinionWay bei rund 45 Prozent.
Die oppositionellen Sozialisten eroberten bei der Stichwahl einige Kantone von der konservativen UMP, wie aus der Prognose des Innenministeriums in Paris hervorging. Die Wahl habe "die Tür zu einem Wandel geöffnet und wir werden dort hindurchgehen", erklärte die Chefin der Sozialistischen Partei (PS), Martine Aubry. Sie wolle nun "die Linke einen", damit dies 2012 die Präsidentschaftswahlen gewinne.
Eine Enttäuschung erlebte jedoch der frühere PS-Chef François Hollande. Im Kanton Corrèze gewann die UMP die Stichwahl. Hollande hatte eine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten von einem Sieg bei dem Urnengang abhängig gemacht. Es wurde nun erwartet, dass er seinen Verzicht auf die Kandidatur erklärt. Er teilte allerdings mit, er werde eine Entscheidung nicht überstürzen.
Die rechtsextreme Partei Front National (FN), die nur in 400 der insgesamt 1566 Kantone mit Stichwahlen antrat, errang den vorläufigen Angaben zufolge 11,1 Prozent der Stimmen. Bis zum späten Abend stand ihr Sieg nur in zwei südfranzösischen Kantonen - in Carpentras-nord und in Brignoles - fest. Der Lebensgefährte von FN-Chefin Marine Le Pen, Louis Aliot, konnte in Perpignan-9 keinen Sieg erringen.
Die rechtsextreme Partei blieb damit hinter ihren eigenen Erwartungen nach der ersten Wahlrunde vor einer Woche zurück. Im ersten Wahldurchgang hatte sie gut 15 Prozent errungen und lag damit nur knapp hinter der UMP mit etwa 17 Prozent der Stimmen. Am stärksten waren die Sozialisten mit landesweit rund 25 Prozent.
In rund 200 Kantonen waren Kandidaten der Sozialisten und der rechtsextremen Front National in der Stichwahl gegeneinander angetreten. Die UMP hatte ihren Wählern empfohlen, für keine der beiden Parteien zu stimmen. UMP-Chef Jean-François Copé erklärte nach dem Urnengang, er sei "ein bisschen enttäuscht". Die Sozialisten hätten aber "bei weitem" nicht so gut abgeschnitten, wie sie es sich erhofft hätten.