Der Kapitän des verunglückten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", Francesco Schettino, muss nicht zurück ins Gefängnis. Ein Florentiner Gericht bestätigte am Dienstag den Hausarrest für den beschuldigten Schettino.

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar vor der Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen gelaufen und gekentert© Max Rossi/Reuters
Der Kapitän des vor der italienischen Küste havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", Francesco Schettino, bleibt unter Hausarrest. Das entschied ein Gericht in Florenz und erteilte damit sowohl einem Antrag der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung eine Absage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine erneute Untersuchungshaft für Schettino beantragt, die Verteidigung wollte seine Freilassung erwirken. Nach dem Schiffsunglück Mitte Januar war Schettino zunächst inhaftiert, dann aber unter Hausarrest gestellt worden.
Schettino verbringt den Arrest in seiner Wohnung an der Amalfi-Küste. Er darf die Wohnung nicht verlassen und nur mit seinen engsten Angehörigen kommunizieren. Über seine Anwälte teilte er nach der Bekanntgabe der Entscheidung mit, er sei nun "beruhigter" und schlug vor, "gelassener" darüber zu sprechen, was "genau" geschehen sei.
Dem Kapitän werden unter anderem vielfache fahrlässige Tötung und das vorzeitige Verlassen des Schiffs vorgeworfen. Auch gegen seinen ersten Offizier, Ciro Ambrosio, laufen Ermittlungen. Ambrosio ist auf freiem Fuß. Die "Costa Concordia" war am 13. Januar vor der Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen gelaufen und gekentert. Dabei kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben, bisher konnten jedoch erst 17 Tote geborgen werden.