US-Notenbankchef Ben Bernanke hat den Kauf von Staatsanleihen durch seine Institution gegen Kritik verteidigt.
US-Notenbankchef Ben Bernanke hat den Kauf von Staatsanleihen durch seine Institution gegen Kritik verteidigt. Die Fed habe entschieden, dass "eine zusätzliche Unterstützung der Wirtschaft angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der niedrigen Inflationsrate notwendig ist", schrieb Bernanke in einem Gastbeitrag für die "Washington Post" vom Donnerstag. Die Notenbank habe die Aufgabe, bei der Steigerung der Beschäftigung zu helfen und die Preisstabilität zu unterstützen. Dazu trage die beschlossene Maßnahme bei.
Die Fed hatte am Mittwoch zum zweiten Mal seit Beginn der Finanzkrise vor gut zwei Jahren angekündigt, in großem Umfang US-Staatsanleihen aufzukaufen. Dadurch soll frisches Geld in die Finanzmärkte gepumpt werden. Diesmal sollen längerfristige Staatstitel mit einem Gesamtwert von 600 Milliarden Dollar (knapp 430 Milliarden Euro) gekauft werden. Die Aktion soll im zweiten Quartal 2011 abgeschlossen sein.
Bereits in der Vergangenheit habe die Praxis, frisches Geld in den Markt zu pumpen, die Konjunktur verbessert, schrieb Bernanke mit Blick auf das vergangene Jahr, als die Fed Staatsanleihen für 300 Milliarden Dollar kaufte. Eine entspanntere Finanzlage führe zu Wirtschaftswachstum. Die derzeitige Inflationsrate sei zwar gut, aber wenn "die Inflation zu niedrig ist, birgt das Risiken für die Wirtschaft - vor allem wenn die Wirtschaft schwächelt".
Der Notenbankchef rief die US-Regierung und den am Dienstag neu gewählten Kongress auf, die Fed bei ihren Maßnahmen zu unterstützen. "Die Notenbank kann nicht alle Wirtschaftsprobleme allein lösen", schrieb Bernanke. Die Republikaner, die im Repräsentantenhaus die Mehrheit zurückerobert haben, sind im Gegensatz zum Weißen Haus für eine strengere Haushaltsdisziplin.