Im von der Schuldenkrise gebeutelten Griechenland ist kein Ende der Rezession in Sicht.
Im von der Schuldenkrise gebeutelten Griechenland ist kein Ende der Rezession in Sicht. Die Wirtschaftsleistung des Euro-Landes schrumpfte im letzten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent, wie die griechische Statistikbehörde unter Berufung auf eine erste Schätzung mitteilte. Für das Gesamtjahr 2011 rechnet Athen laut aktuellem Haushaltsentwurf mit einem Wachstumsrückgang um 5,5 Prozent.
Experten gehen nach massiven Lohnkürzungen und Steuererhöhungen wegen der Schuldenkrise aber inzwischen von einem stärkeren Rückgang aus. Für das laufende Jahr erwartet Athen bisher noch einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 2,8 Prozent. Griechenland würde sich damit im fünften Jahr in Folge in der Rezession befinden.
Athen droht wegen der Schuldenkrise ohne erneute Unterstützung von außen im kommenden Monat die Staatspleite. Das griechische Parlament hatte deshalb in der Nacht zum Montag einem umfangreichen Sparpaket zugestimmt, das Voraussetzung für ein neues Hilfspaket der EU, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist. Die Finanzminister der Eurozone wollen am Mittwoch über das Hilfsprogramm im Umfang von 130 Milliarden Euro befinden.
Vor entscheidenden Beratungen über die Zukunft Griechenlands erhöhten die Euro-Länder den Druck auf das hochverschuldete Land. Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden schloss für den Fall mangelnder Reformanstrengungen der Regierung in Athen ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone nicht aus.
Wenn die griechischen Regierungsparteien Spar- und Reformzusagen nicht einhalten, "schließen sie sich selbst aus der Eurozone aus", sagte Frieden in Washington. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte Athen im ZDF, dass die Euro-Länder auf einen Bankrott des hochverschuldeten Landes inzwischen "besser vorbereitet als vor zwei Jahren" seien.