Im Tarifkonflikt beim Energieversorger RWE bereiten die Gewerkschaften Warnstreiks unter anderem in Kraftwerken vor.
Die Gewerkschaften haben zu Warnstreiks beim zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE ab Mitte Dezember aufgerufen. Da es im seit Wochen schwelenden Tarifstreit zwischen den Gewerkschaften IG BCE und Verdi mit dem Versorger bislang keine Einigung gegeben habe, solle ab übernächster Woche mit Warnstreiks Druck gemacht werden, sagte ein IG-BCE-Sprecher am Freitag in Hannover. In der vierten Verhandlungsrunde vom Donnerstag habe RWE sein bisher vorgelegtes Angebot sogar noch einmal verschlechtert. Die gemeinsame Tarifkommission der beiden Gewerkschaften habe daher einstimmig die Vorbereitung der Streiks beschlossen. Betroffen davon seien zunächst die Tagebaue und die Kraftwerke, teilte IG BCE mit.
Von dem Tarifstreit bei Deutschlands zweitgrößtem Energieversorger sind etwa zwei Drittel der RWE-Beschäftigten im Inland betroffen. Insgesamt beschäftigt RWE 28.000 Menschen. In der vierten Tarifrunde hatte der Konzern den Mitarbeitern bisher eine Lohnerhöhung von 2,8 Prozent für 13 Monate angeboten. Die Gewerkschaften forderten 6,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Nach Anhaben der IG BCE veränderte RWE sein Angebot auf eine Laufzeit von 16 Monaten, von denen für 14 Monate ein Lohnplus von drei Prozent vorgesehen ist sowie eine Einmalzahlung von 1000 Euro für November und Dezember. Die IG BCE hält die Einmalzahlung angesichts der Geschäftsentwicklung von RWE für inakzeptabel.