Facebook: Keine Mitbestimmung mehr für Nutzer

22. November 2012, 12:28 Uhr

Facebook will die Mitbestimmung seiner Nutzer bei Änderungen seiner Nutzungsregeln in der bisherigen Form abschaffen.

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Facebook will die Mitbestimmung seiner Nutzer bei Änderungen seiner Nutzungsregeln in der bisherigen Form abschaffen. Es habe sich gezeigt, dass Abstimmungen zu Änderungen der Nutzungsbedingungen nicht funktioniert hätten, teilte das soziale Netzwerk mit. Deswegen wolle Facebook die Abstimmungen "zugunsten eines Systems beenden, das zu inhaltlich sinnvolleren Rückmeldungen und Interaktion führt".

Bisher musste Facebook seine Nutzer über geplante Änderungen bei den Nutzungsbedingungen abstimmen lassen, wenn zuvor 7000 registrierte Anwender auf einer bestimmten Seite des Online-Netzwerks inhaltlich bezogene Kommentare hinterließen. Die Ergebnisse einer Abstimmung betrachtete Facebook seinen Nutzungsbedingungen zufolge als bindend, wenn sich mehr als 30 Prozent dieser aktiven registrierten Benutzer beteiligten.

Dieser bisherige Abstimmungsmechanimus habe in der Vergangenheit zu einer Flut von Kommentaren geführt, wenn Facebook Änderungen seiner Nutzungsregeln ankündigte, teilte das Online-Netzwerk mit. Ergebnis sei ein System gewesen, "das die Quantität der Kommentare über ihre Qualität stellt".

Künftig will Facebook für seine neuen Nutzungsbedingungen zwar auch weiterhin auf der Seite "Facebook Site Governance" über etwaige Änderungen informieren. Die Passagen, die Nutzer-Kommentare als Auslöser für Abstimmungen vorsehen, wurden darin jedoch gestrichen.

Den neuen Nutzungsbedingungen zufolge akzeptieren Facebook-Mitglieder Änderungen künftig, indem sie Facebook wie gehabt nutzen. "Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen", heißt es.

Nach einer Ankündigung hätten Nutzer sieben Tage Zeit für die Prüfung neuer Nutzungsbedingungen und etwaige Kommentare. Facebook seinerseits wolle die Nutzerkommentare "sorgfältig prüfen, bevor wir Änderungen vornehmen".

Daneben will Facebook seine Nutzer künftig auch auf anderen als den bisherigen Wegen über Änderungen bei Nutzungsbedingungen informieren, wie etwa per E-Mail. Das Unternehmen teilte mit, es wolle eine Funktion auf seiner Privatsphäre-Seite einrichten, auf der Nutzer direkt Kontakt zur Datenschutzbeauftragten des Netzwerks, Erin Egan, aufnehmen können. Egan werde zudem regelmäßig Videokonferenzen auf Facebook abhalten, in denen sie zu Nutzerkommentaren und zu Fragen im Bereich Privatsphäre Stellung nehme.

Facebook-Nutzer können die geplanten Änderungen bis Mittwoch kommentieren, teilte das Online-Netzwerk mit. Danach wolle Datenschutzbeauftragte Egan die Kommentare während einer Live-Veranstaltung auf Facebook beantworten. Facebook empfiehlt seinen Nutzern auf der Seite "Site Governance" den Knopf "Gefällt mir" zu drücken, um künftig über Änderungen bei Nutzungsbestimmungen und Datenschutz auf dem Laufenden zu bleiben.

AFP