Anlässlich des 60. Jahrestags der Gründung des Zentralrats der Juden in Deutschland haben die beiden großen christlichen Kirchen dessen Arbeit gewürdigt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete den Zentralrat am Montag als "unverzichtbare Institution in der Gesellschaft". Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hob hervor, die Stimme des Zentralrates sei "auch in Zukunft ein unerlässlicher Bestandteil des öffentlichen Diskurses".
"Der Zentralrat der Juden und die Deutsche Bischofskonferenz haben in den vergangenen Jahren immer wieder in fruchtbarer Weise miteinander zu tun gehabt", schrieb Zollitsch in einem Brief an Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch. Die katholische Kirche werde auch weiterhin nicht nachlassen, an der Erinnerung der Vergangenheit mitzuwirken und jeder Form von Antisemitismus eine Absage zu erteilen. "Erneut versichere ich Ihnen, dass es für die Leugnung des Holocaust keinen Platz in der katholischen Kirche geben darf", schrieb Zollitsch.
Schneider erklärte, die Evangelische Kirche sei dankbar für die intensiven Kontakte und verlässlichen Gespräche, die mit dem Zentralrat durch all die Jahre geführt worden seien. "Der Zentralrat steht gemeinsam mit den Kirchen und mit allen Kräften guten Willens dafür ein, dass die Stigmatisierung von Minderheiten und rassistische Diskriminierung in unserer Gesellschaft frühzeitig erkannt und entschlossen bekämpft werden", betonte Schneider.
Der Zentralrat der Juden war am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet worden. Fünf Jahre nach dem Holocaust leben damals 15.000 Juden in Deutschland. Inzwischen gehören dem Zentralrat 107 jüdische Gemeinden mit insgesamt mehr als 100.000 Mitgliedern an.