Die Frage ist: Was schmerzt mehr? Die Aberkennung ihres Doktortitels oder der Spott, der derzeit über Silvana Koch-Mehrin hereinbricht? Die Grünen zum Beispiel haben die Berufung der FDP-Politikerin in den Forschungsausschuss des Europaparlaments mit Hohn kommentiert.
Die Grünen haben die Berufung der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin in den Forschungsausschuss des Europaparlaments mit Spott kommentiert. "Vielleicht lernt sie da ja wissenschaftliches Arbeiten", sagte der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold am Donnerstag in Brüssel der Nachrichtenagentur AFP. "Dann kann sie bei der Übernahme von Änderungsvorschlägen von Lobbyisten in Zukunft Quellenangaben machen."
Wie Koch-Mehrin auf ihrer Internetseite mitteilt, wurde sie am Mittwoch als Vollmitglied in den Ausschuss des Europaparlaments für Industrie, Forschung und Energie entsandt. Nach dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war ihr in der vergangenen Woche ebenfalls der Doktortitel wegen massiver Plagiate aberkannt worden. Sie soll Zitate aus anderen Texten nicht ausreichend gekennzeichnet haben.
Der Forschungsausschuss kümmert sich der Internetseite des Europaparlaments zufolge um "die Forschungspolitik der Union, einschließlich Verbreitung und Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse". Zuvor war Koch-Mehrin stellvertretendes Mitglied des Gremiums.
Die FDP-Politikerin will ihr Mandat im Europaparlament trotz der Aberkennung ihres Doktortitels behalten. Unter dem Druck der Plagiatsvorwürfe hatte Koch-Mehrin im Mai aber ihre Posten als Vizechefin des Europaparlaments und im FDP-Präsidium abgegeben.